Rupperswil

Es braucht Tempo 30 in Rupperswil!

megaphoneaus RupperswilRupperswil
Ja zu Tempo 30 in Rupperswil!

Ja zu Tempo 30 in Rupperswil!

Unsere Kinder schicken wir mit 4 Jahren auf den Kindergartenweg, welchen sie oft auf Strassen mit Tempo 50 ohne Trottoir zu bewältigen haben. Kinder können aber erst ab 8 Jahren den Verkehr so einschätzen, dass sie sich sicher darin bewegen können. Da waren wir früher nicht besser und hier hilft auch die beste Verkehrserziehung nichts. Dennoch wurden kürzlich in Rupperswil Plakate gegen Tempo 30 aufgestellt. Darauf abgebildet ein Schulmädchen, welches den Daumen lachend in die Kamera hochhält. Das ist zynisch und man könnte daraus schliessen, dass die Macher der Plakate sich nicht in andere Verkehrsteilnehmer hineinversetzten können. Die Gegner liefern hiermit ein wichtiges Argument für Tempo 30 gleich selber.

Es wird argumentiert, Tempo 30 würde sowieso nicht eingehalten werden und könnte nicht durchgesetzt werden. Soll man also eine Regel nicht einführen, weil sie nicht eingehalten würde? Und dann wird auch tatsächlich behauptet, mit Tempo 30 würde es mehr Herztote geben wegen längeren Anfahrtszeiten der Einsatzkräfte. Aber dass diese mit Sondersignal auch schneller als 30 fahren dürfen, wurde natürlich nicht recherchiert.

Ein vom Gemeinderat in Auftrag gegebenes Gutachten eines Ingenieurbüros, das klar die Vorteile und Notwendigkeit von Tempo 30 im Dorf aufzeigt, wird ebenso ignoriert oder in Frage gestellt wie wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass eine Reduktion des Tempos von 50 auf 30 die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall als Fussgänger zu sterben, von 70% auf 10% senkt.

Sind dann alle diese und ein paar weitere Gegenargumente objektiv entkräftet, wird noch das Paradeargument ins Feld geführt; die persönliche Freiheit. Denn dagegen kann nun sicher niemand etwas haben! Stimmt, auch wir Befürworter lieben unserer Freiheiten. Nur leben wir glücklicherweise nicht mehr im damaligen Wilden Westen, sondern in einer gut funktionierenden, modernen Gesellschaft. Und zu einer solchen gehören auch gewissen Regeln und die Tatsache, dass auf die Schwächeren Rücksicht genommen wird. Die persönliche Freiheit hat dort Grenzen, wo die Sicherheit anderer eingeschränkt wird. Und darum müssen wir als erwachsene und vernünftige Bürger auch Regeln akzeptieren, die uns selber vordergründig keinen Vorteil bringen. Und da viele Gegner nach eigenen Angaben ohnehin in den Quartieren ganz vernünftig und verantwortungsbewusst nie schneller als 30 fahren, dürfte der Einschnitt in die Bewegungsfreiheit bei offiziellem Tempo 30 für diese vernachlässigbar klein sein.

Auch Tempo 30 bringt keine absolute Sicherheit. Es geht aber um die Reduktion des Risikos von Unfällen und dem damit verbundenen Leid. Führen wir endlich Tempo 30 ein, damit das Leben von uns allen im Dorf sicherer wird. Und dies, bevor etwas Schlimmes passiert. Weil für irgendjemanden ist es dann zu spät.

Michael Frei (Notfallarzt), Rupperswil

Meistgesehen

Artboard 1