Die erste Exkursion der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden (www.vfhk) in diesem Jahr wurde bei fast sommerlichen Temperaturen zu einer wunderbaren Bluestfahrt auf die Klosterinsel Reichenau (einem UNESCO-Weltkulturerbe). Perfekt wurden die uns vermittelten Informationen durch den uns bereits von der letztjährigen Exkursion nach Konstanz bekannten Reiseführer Matthias Helmer, der in seiner unbekümmerten Art und frei von der Leber weg seine kunsthistorischen Betrachtungen in gut verdaubaren Dosen vortrug. Zumal alles immer wieder mit „a bissele“ eingeleitet oder beendet wurde.

Über den 1834 erbauten Damm erreicht man die Insel, und als erstes begrüsste uns vor Oberzell eine Statue des Wanderbischofs Pirmin, dem Gründer der Benediktinerabtei.

Nicht zu Unrecht wirbt der Gästeführer die Insel mit den drei noch erhaltenen romanischen Kirchen als Zeugen des silbernen und goldenen Zeitalters, einer Wiege der abendländischen Kultur, einer Welt der Astronomie, Politik, Dichtung und Malerei.

Der erste Besuch galt dem Münster mit seinen Wandmalereien, dem kunstvollen Gitter und dem Dachstuhl in Form eines umgekehrten Schiffes, sowie der Schatzkammer. Gepflegt wird noch immer der Kloster-Kräutergarten, angelegt nach einer ersten Kunde von Abt Walahfrid Strabo über 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen.

Nach der Mittagsrast im Strandhotel Löchnerhaus tuckerten wir mit dem Bus an den nördlichsten Punkt der Insel zur Kirche St. Peter und Paul mit der vollständig noch erhaltenen ausgemalten Apsis. Das kleine Museum neben der Kirche zeigt anschaulich die erfolgten Restaurationsarbeiten.

In der Ebene der Gemüseanbau, an den Hängen die Reben: so lautet die Devise auf der Reichenau. Die Kurzwanderung zum höchsten Punkt der Insel hat sich sehr gelohnt, denn auf der Hochwart bietet sich dem Besucher eine wunderbare Rundsicht über die Insel, sei es über den Untersee zur Schweiz, über das Naturschutzgebiet „Wollmatinger Ried“ Richtung Konstanz oder in den Norden Richtung Radolfszell.

Als Abschluss bot sich noch der Besuch von St. Georg an mit seinen Wandbildern (um 1000), die 8 Wunder Jesu darstellend und auch wieder reich illustriert in einem kleinen Museum gleich neben der Kirche.

Kurz gestärkt im Café „Laib & Seele“, und schon steckten wir im Feierabendverkehr Richtung Aargau und hatten genügend Zeit, die von Obmann Christof Neumann umsichtig rekognoszierte Exkursion Revue passieren zu lassen.

Die Berichtverfasserin: Vrena Moritzi Schmid