Der Treffpunkt der letzten Exkursion in diesem Jahr für die Teilnehmer der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden (www.vfhk.ch) war beim Wahrzeichen von Herznach, der katholischen Pfarrkirche St. Niklaus. Die Führung durch Dr. Linus Hüsser (Historiker) begann in der Aussenanlage dieser Kirchenburg mit Kirche, Beinhaus und Pfarrhaus, einer eindrücklichen Symbiose von Architektur und Landschaft. Das von einer Mauer umgebene Baudenkmal thront in ländlicher Behäbigkeit auf einem sanft auslaufenden Hügelsporn und schaut über die gemauerten Giebelhäuser des stillen Fricktaler Dorfes.

In der Pfarrkirche beeindruckten vor allem der künstlerische Reichtum mit üppigen Stuckaturen einer Künstlerfamilie aus Lugano im bayrischen Südbarock-Stil sowie die von Johann Isaak Freitag geschaffenen Hochaltar- und Kanzelfiguren, (darunter die Heiligen St. Nikolaus und St. Martin).

Neben der Kirche und einem kleinen Friedhof steht das Beinhaus, worin ein Josephinischer schwarzer Sparsarg aufbewahrt wird. Für manche der Teilnehmenden eine erste Begegnung einer ökonomischen Bestattungsart der damals sehr armen Bevölkerung.

Nach einer kleinen Irrfahrt haben auch die letzten Teilnehmer den Weg zum Museum beim Bergwerk-Silo gefunden. Der in der Ausstellung „Bergwerk, Geologie und Ammoniten“ gebotene Überblick über die Entstehung von Eisenerz, die geologischen Karten, Utensilien, Exponate und Bildtafeln geben einen umfassenden Einblick in den historischen Bergbau. Sehr imposant die grossartige Vielfalt an gezeigten Ammoniten aus dem Bergwerk Herznach, einem Kulturgut des Juraparks Aargau.

Wunderbar in der Herbstsonne die ruckelnde und ohrenbetäubende Fahrt mit der Stollenbahn hinauf bis fast bis zum Stolleneingang.

Die Führung im Stollen gab einen eindrücklichen Einblick Schweizer Industriegeschichte der Jahre 1937-1967, als in Herznach Erz abgebaut wurde. Von den damals 32 km langen Stollen ist ein 80 Meter langer Stollen zu besichtigen, der Grossteil ist jedoch eingestürzt. Beeindruckend das kürzlich in einem Seitenstollen freigelegte Stück eines versteinerten Meeresboden, einem eigentlichen Ammoniten-Friedhof.

Beim abschliessenden Apéro zeigten sich die Teilnehmenden der Exkursion tief beeindruckt über die unermüdlichen freiwilligen Einsätze der Mitglieder des Vereins Eisen und Bergwerke und staunten über die weiter geplanten Ausbauetappen.

Vorstandsmitglied Paul Steiner hat diesen interessanten Halbtagsausflug organisiert.

Die Berichterstatterin Vrena Moritzi Schmid