Baden

Exkursion zu den Thunerseekirchen der Strättliger-Chronik

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Kirche in Erlenbach im Simmental

Kirche in Erlenbach im Simmental

Wohl kaum jemand der rund 30 Teilnehmenden der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden (www.vfhk.ch) hatte vor dieser Exkursion eine der 12 Kirchen gekannt, die König Rudolf II. von Hochburgund der Strättliger Chronik zufolge im 10. Jahrhundert in Frutigen, Leissigen, Aeschi, Wimmis, Uttigen, Thierachern, Scherzligen, Thun, Hilterfingen, Sigriswil, Amsoldingen und Spiez bauen liess. Umso erwartungsfroher startete man zu dieser Exkursion an den Thunersee.

Das erste Kleinod, eingebettet neben einem wunderbaren Bauerngarten mitten im Dörfchen Kleinhöchstetten bei Rubigen, mit dem einzigen noch erhaltenen spätottonischen Apsidensaal mit Annexen in Kreuzform im schweizerischen Mittelland liess die Teilnehmer ein erstes Mal staunen, bevor die eigentliche Mutterkirche“ im Paradies“ in Einigen besucht wurde. Scherzligen (neben dem Schloss Schadau) mit den bedeutenden Malereien (al secco) und die Schlosskirche von Spiez (mit Krypta) standen noch vor dem Mittagessen am See auf dem Programm.

Am Nachmittag führte die Fahrt ins Simmental nach Erlenbach. Die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert vollständig ausgemalte Kirche gehört zwar nicht zum engeren Kreis der Thunerseekirchen. Dieses Kleinod mit der überdachten Holztreppe vom Dorf hinauf auf den Kirchhügel und der von F. Hodler gemalten Turmuhr ist aber so wunderbar, dass man sich diesen Abstecher unbedingt leisten musste.

Der letzte Besuch galt der frühromanischen Stiftskirche von Amsoldingen oberhalb von Thun, deren Bausubstanz noch vollständig erhalten ist. Hier beeindruckte neben der Krypta auch die Dokumentation über den bei der Renovation wieder in den ursprünglichen Zustand ca. 2 m abgesenkten Kirchenboden des ehemaligen Chorherrenstifts. Die Nischenkränze an den Apsiden der Kirchen in Kleinhöchstetten, Spiez und Amsoldingen sind die einzigen in der Schweiz und direkt vergleichbar mit Kirchen aus dem Piemont und der Lombardei.

Der Heimweg führte durch das Stocken- und Gürbetal wieder zurück auf die Autobahn ins Mittelland. Obmann Christof Neumann, der diese Exkursion sehr sorgfältig rekognosziert hat, sowie Stefan Gehrig von Eurobus, der auch das schmalste Strässchen ohne Kratzer passierte, gehören Dank und Anerkennung.

Die Berichterstatterin: Vrena Moritzi

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