Baden

Griechischer Wein bei der Spanischbrödlizunft Baden

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Dass die Generalversammlung der Spanischbrödlizunft Baden kein traktandengetriebenes Insidertreffen ist, hat am Abend des 29. Juni jene ansehnliche Gruppe erfahren, die der Einladung auf den zu diesen Abendstunden gottseidank schattigen Schulhausplatz Pfaffechappe gefolgt war. Am jährlichen Staatsakt legt die Zunft vor ihren rund 400 Mitgliedern Rechenschaft darüber ab, wie sie Stadt und Region im vergangenen Jahr erheitert hat. Zu Gast waren auch Delegationen der Zürcher Gesellschaft zu Fraumünster und vom Grossen Allmächtigen und Unüberwindlichen Rat von Zug.

Von Griechenland – neben vielem anderem – sprach Brödlimeister Bernhard Schmid. Das schuldengeschüttelte Krisenland weise durchaus Parallelen auf zur Spanischbrödlizunft. Nicht, dass die Zunft in der Krise steckt: „D’Grieche vo hüt fäschted lieber als sie schaffed, heissts. Do simmer ned vill andersch, mer muess sich nur s’Stadtfäscht vor Auge füehre“, sagte Schmid.

Der Staatsakt ist auch der Staatsempfang des Cantons Baden, was einen Regierungschef voraussetzt. Dieser wird vom Brödlirat jährlich neu gewählt und verliest am Staatsakt seine Regierungserklärung. Der Zunftstatthalter 2012/13, in der Person des Geschäftsführers der Badener Brauerei Müller Felix Meier, predigte von „altem Wein in neuen Schläuchen“: Dieser Brödlirat scheine Jahr für Jahr das gleiche Programm abzuspulen. Doch habe die Zunft über die Jahre hinweg ihre Anlässe „fast unbemerkt sorgfältig gepflegt“, sodass sich bis heute eine „ausgewogene, vollmundige Assemblage aus alten Reben und neuen Trauben“ ergeben habe, so Meier. Die Zunft führt die Fasnacht und die Cordulafeier durch, macht mit am Badener Liechterwecke und am Zürcher Sechseläuten und trifft sich zu einer ganzen Reihe geselliger Anlässe.

Der neue Zunftstatthalter erteilte den 27 aktiven Brödliräten – neu aufgenommen wurde Fernando Garcia – einen klaren Auftrag: „einen Querschläger, der es in sich hat“. Die Erwartung einer orginiellen, unangekündigten und öffentlichen Aktion ist wohl vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Zunft am kommenden Stadtfest keine offizielle Rolle spielen wird. „Leider isch euses Projekt untergange“, räumte Brödlimeister Schmid ein und erzählte von den Plänen eines römischen Wagenrennens mit Rahmenprogramm. Doch dafür gebe es in der Stadt offenbar keinen Platz. Am Geld kanns nicht liegen, berichtete Zunftsäckelmeister Jürg Rüfenacht doch von einer positiven Jahresrechnung 2011.

Nach dem Apéro, selbstredend mit von Meier gezapftem Müller Bräu, bekamen alle Gäste ein Bhaltis auf den Heimweg. Was, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Es wird am Stadtfest eine Rolle spielen und dort zeigen, dass die Spanischbrödlizunft Baden doch noch zupackt.

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