Baden

Jugendliche mit Teilleistungsschwäche(n) in der Berufswahl

megaphoneaus BadenBaden

Wie gestaltet sich die Berufswahl für Jugendliche mit einer Teilleistungsschwäche in der Schriftsprache und im Rechnen? Was ist möglich, wo liegen die Grenzen? Wer bietet Unterstützung?

Die Regionalstelle Baden vom Verband Dyslexie Schweiz organisierte am vergangenen Mittwoch in Baden den Anlass „Jugendliche mit Legasthenie und Dyskalkulie in der Berufswahl – Informationen zur Begleitung und Unterstützung in der Berufswahlphase“. Drei erfahrende Berufsberaterinnen schilderten mögliche Wege, veranschaulichten Beratungsabläufe, erläuterten die wichtigsten Stationen im Berufswahlprozess und beantworteten Zuhörerfragen.

Frau Annamaria Chiaradia und Frau Ernesta von Holzen informierten anschaulich über die verschiedenen Leistungen beim ask! Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf Aargau. Grundsätzlich verläuft die Berufsberatung für Betroffene einer Legasthenie oder Dyskalkulie bei ihnen gleich wie bei allen: Stärken und Wünsche werden erhellt und mögliche Werdegänge erörtert. Eine zentrale Rolle spielt die Schnupperlehre. Zeigt der Jugendliche Berufsinteresse und seine kommunikativen und sozialen Kompetenzen dem Lehrbetrieb gegenüber, so rücken in der Regel die leidig schlechten Schulnoten den Hintergrund. Das ask! bietet unentgeltlich persönliche, kompetent fachliche Begleitung an. Ein Angebot, das unsere Jugendlichen stärkt und uns Eltern ein Stück weit entlastet.

Seit Jahren engagiert sich Frau Monika Lichtsteiner beharrlich für eine Chancengleichheit für Jugendliche und Erwachsene mit Dyslexie und Dyskalkulie in Berufsbildung, Mittelschule und Hochschule. Es kann und darf nicht sein, dass Lernende, die mit dieser Teilleistungsstörung leben, in Ausbildungsgänge mit weniger hohen intellektuellen Ansprüchen abgedrängt werden. Eindrücklich zeigte Frau Lichtsteiner auf, dass viel mehr als man denken könnte

möglich ist. Zentrale Fähigkeiten wie sich selbst kennen, vorausschauendes Denken und entsprechendes Handeln, Ziele setzen und beharrlich verfolgen, Unterstützung holen können und den Umgang mit Stresssituationen sind für einen erfüllenden und erfolgreichen Berufsweg von grösster Bedeutung. Es gilt, diese Fähigkeiten zu fördern und zu stärken. Menschen mit einer Teilleistungsstörung dürfen nicht benachteiligt werden, rechtliche Grundlagen sind vorhanden. Hierzu wurde ein sog. Nachteilsausgleich (z.B. Einsatz von Hilfsmitteln, Zeitzuschlägen, Prüfungserleichterungen, etc.) erschaffen. Trotzdem kommt dies in der Praxis nicht immer zur Anwendung, wie es leider die Erfahrungen mancher anwesenden Eltern zeigte. Dank der richtungsweisenden Arbeit von Frau Lichtsteiner, des Dyslexieverbandes Schweiz und vieler engagierten Eltern und Fachleute findet nun ein Umdenken in den Schulen statt.

Gerne weisen wir Sie auf unsere informative Webseite www.verband-dyslexie.ch hin. Der nächste Vortrag zum Thema „Selbständigkeit im Wochenpla

Regionalgruppe Baden Katharina Prantl

Meistgesehen

Artboard 1