Kammermusik , wirkliche Kammermusik war das in der Sebastianskapelle, vor einem Publikum das Künstler so lieben. Wach, neugierig, und gespannt auf das, was
die Interpreten ihnen vermitteln wollten. Die drei Musiker haben sich im Kantiorchester kennen gelernt, die Ausbildung trennte sie lange Zeit. Nun haben sie sich wieder getroffen
und haben uns nach anstrengenden Proben in kürzester Zeit ein Programm zusammengestellt, das dem Publikum gefiel.

Im Programm war das Klaviertrio des Französischen Komponisten Camille Saint - Saens. Sein 1. Klaviertrio, das hier gespielt wurde, besticht durch diese für den Komponisten typische
Klarheit und der Eleganz der Themen. Die Musiker überzeugten in der Feinheit, der Weichheit und der Perfektion in der Wiedergabe dieses Werkes.

Reinhold Glières "Huit Moreceaux" , für Violine und Violoncello bezauberte ebenso. Der Komponist, deutscher Herkunft, unterrichtete am Moskauer Konservatorium.
Sein Kompositionsstil war anfänglich dem nationalrussischen Idiom verpflichtet, später aber versuchte er, eine Synthese von Nationalem und Impressionistischem , in seine
Kompositionen zu bringen. Diese 8 Stücke wurden zum Lieblingsstück der Streicher, sei es eine Julia Fischer und Daniel Müller - Schott oder eben die Leandra Wolf und Ursula Hächler.

Das dritte Werk stammte von Astor Piazzolla. Es wurde weich, zart und in allen Feinheiten ausdrucksstark interpretiert. Man merkte die Begeisterung und das freut die Musiker, spornt sie an. Das ist ein gutes Zeichen, da kann man freudig auch "Estaciones Portenas" lebendig gestalten. Es ist ein starkes Stück im Spannungsfeld von Tradition und Fortschritt. Piazzollas Vater war eine Tango-Liebhaber. Astor Piazzolla hörte aber lieber Jazz und Musik von Bach. Er studierte bei Nadia Boulanger. Sie riet ihm den Tango zu modernisieren. Die "Estaciones Portenas " sind in Anlehnung an die 4 Jahreszeiten von Vivaldi entstanden. Seine Tangos sind nicht mehr in ursprünglichem Sinn tanzbar,
Es ist Musik zum Zuhören geworden. Und das gelang dem Klaviertrio. Nach der Dreingabe mussten die Musiker noch Fragen aus dem Publikum beantworten.

Leider hat sich nur eine kleine Zuhörerschaft an diesem schönen Konzert erfreuen können. Der Raum eignet sich sehr gut für solche Musik. Es ist eine Spezialität von Baden geworden. MH