Konflikte zwischen Leuten zu Fuss und solchen auf dem Velo sind selten nur individuelle Ausraster. Und wie im Fall «Stadtbachstrasse» hat sich Aggression oft über längere Zeit aufgestaut, mitverursacht durch behördliche Entscheide. Klar ist: Trottoirs und Fusswege gehören dem Fussverkehr. Wo sonst kann man sich zu Fuss unbeschwert und ohne ständigen Blick zurück bewegen? Wo Eltern mit Kindern? Wo Ältere, wo Behinderte? Für diese kann ein Sturz durch Erschrecken verheerend wirken. Aber: Damit Velo Fahrende die Fusswege meiden, brauchen sie attraktive eigene Spuren und Wege, wo sie nicht ihrerseits vom physisch stärkeren Autoverkehr gefährdet sind. Sie müssen ernst genommen werden, auch bei Strassensperrungen. Es braucht klare Vorgaben, durchgehend. Wo man Velos ohne optische Abgrenzung aufs Trottoir verweist oder eine Veloachse mit einer Flanierfläche zusammenfasst wie in Badens Weiter Gasse (und im geplanten Untergrund des Schulhausplatzes), verwischt man die Grenze Veloverkehr – Fussverkehr. «Dort darfst Du – hier nicht», verwirrt und funktioniert schlecht.

Hans Hauri, Dättwil (unterwegs zu Fuss, per Velo, per Auto)