Die Sonne blinzelt scheu durch die Hochnebeldecke, als die rund 40 Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors Cäcilia Baden aus dem Reisecar steigen. Ziel ist das Gotthelf-Zentrum-Emmental in Lützelflüh. Der Schriftsteller Albert Bitzius, besser bekannt unter dem Pseudonym Jeremias Gotthelf, wirkte hier bis zu seinem Tod während 22 Jahren als Pfarrer. Im ehemaligen Pfarrhaus befindet sich heute das Gotthelf-Museum.

Im Museum zieht uns die Führerin mit ihrer gewaltigen Stimme sofort in ihren Bann. Ohne Manuskript schildert sie die wichtigsten Stationen in Gotthelfs Leben, untermalt mit Anekdoten und Zitaten. Ein erfrischender Apéro im Freien bei strahlendem Sonnenschein rundet die erste Etappe der Chorreise ab.

Mit sicherer Hand lenkt unser Fahrer den grossen Reisecar auf schmalen Strassen zu unserem nächsten Halt, dem Kemmeribodenbad. Dort sind die Tische für uns schon gedeckt und bald wird ein feines Mittagessen aufgetischt. Zum Abschluss gibt es natürlich die legendären Meringues.

Gestärkt machen sich nun die Marschtüchtigen zu Fuss auf den Weg der Emme entlang nach Bumbach. Noch sind viele Spuren zu sehen, welche das Hochwasser vom 24. Juli hinterlassen hat. Es ist kaum vorstellbar, welche Verwüstung dieses harmlos scheinende Flüsschen anrichten kann. Auch Jeremias Gotthelf hat in der Erzählung „Wassernoth im Emmenthal“ die Hochwasserkatastrophe vom 13. August 1837 dokumentiert.

Durchs Entlebuch geht die Fahrt zurück nach Baden. Ein schöner erlebnisreicher Tag liegt hinter uns und wir werden uns wieder mit viel Freude und Elan unserer Hauptaufgabe, dem Chorgesang widmen. Falls wir bei ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, das Interesse an unserem Chor geweckt haben, schauen sie doch einmal bei uns herein, Chorprobe ist jeden Mittwoch um 20 Uhr in der Sebastiankapelle bei der Stadtkirche Baden.

Christian Hangartner