Baden

Kirchenchor Cäcilia Baden war auf Reisen

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Besuch in der Ambassadorenstadt

Ungewöhnlich früh waren am Sonntagmorgen die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors Cäcilia Baden unterwegs. Sie stiegen auch nicht wie gewohnt die vielen Stufen im Kirchturm der Stadtkirche hinauf zur Empore, sondern nur einige Tritte, um in einem Reisecar Platz zu nehmen und Baden hinter sich zu lassen. Der Aargau zeigte sich nicht gerade von der freundlichen Seite, heftige Regenfälle begleiteten uns auf dem ersten Teil der Fahrt. Je näher wir jedoch unserem ersten Etappenziel kamen, umso besser wurde das Wetter und in Biel wärmten uns bereits einige zaghafte Sonnenstrahlen, als wir das Motorschiff „Stadt Solothurn" betraten.
Die Sonne begleitete uns auch weiter auf der abwechslungsreichen Schifffahrt auf der Aare, vorbei an der Storchensiedlung in Altreu, zum Ziel der diesjährigen Chorreise, der Ambassadorenstadt Solothurn. Im Zunfthaus zu Wirthen stillten wir bei einem vorzüglichen Mittagessen Hunger und Durst. Von zwei sehr kompetenten Führerinnen begleitet, durften wir bei einem abwechslungsreichen Rundgang durch die Altstadt vieles über die Geschichte dieser Kleinstadt erfahren.
Einen Höhepunkt erlebte die Stadt, als sie während mehr als 250 Jahren Sitz der französischen Botschaft (Ambassade) für die Eidgenossenschaft war. Diese Präsenz prägte das barocke Stadtbild der Stadt. Doch schon zur Zeit der Römer blühte hier eine Siedlung auf; die römische Militärstrasse, welche über den Grossen St. Bernhard nach Aventicum und von da zu den Militärlagern von Vindonissa und Augusta Raurica führte, überquerte bei Solothurn die Aare. Noch heute sind beim Friedhofsplatz Mauerreste des damaligen Castrum Salodurum zu sehen. Wer hätte gewusst, dass die Römer für ihre Mauerwerke Mörtel aus einer Mischung von Kalk, Pferdemist und rohen Eiern verwendet hatten.
Mit der römischen Geschichte verknüpft ist auch die Legende der heiligen Verena, die aus Theben (Ägypten) stammend, der Thebäischen Legion bis Mailand folgte. Zwei Angehörige dieser Legion, der spätere Stadtheilige Ursus und Victor wurden in Salodurum enthauptet. Als Verena davon erfuhr, zog auch sie nach Solothurn, wo sie sich als Eremitin in die nach ihr benannte Waldschlucht nördlich der Stadt zurückzog. Hier vollbrachte sie viele Wunder. Gemäss einer Legende soll sie hier gestorben sein, nach anderen Legenden zog sie von Solothurn weiter bis nach Bad Zurzach, wo sie weiter wirkte und starb.
Die Verenaschlucht war denn auch eine weitere Station unserer Chorreise. An diesem stillen idyllischen Ort konnte man sich in Gedanken in die Zeit der Heiligen Verena zurückversetzen, ihre weite Reise von Ägypten über die Alpen bis ins Mittelland. Nachdem wir uns mit einem feinen Vesperplättli gestärkt hatten, liessen wir uns im bequemen Reisecar wieder zurück nach Baden führen. Ein schöner erlebnisreicher Tag lag hinter uns und wir werden uns wieder mit viel Freude und Elan unserer Hauptaufgabe, dem Chorgesang widmen. Falls wir ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, das Interesse an unserem Chor geweckt haben, schauen sie doch einmal bei uns herein, Chorprobe ist jeden Mittwoch um 20 Uhr in der Sebastiankapelle bei der Stadtkirche Baden. (cha)

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