Aus Anlass des Europäischen Tages der Jüdischen Kultur hat der Verein zur Erhaltung der Jüdischen Kultur in Baden VEJKB zu einem Klezmer-Konzert eingeladen. An einem Wochenende, an dem kulturell in der Region einiges los war, war es nicht selbstverständlich und umso erfreulicher, dass 70 Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg in die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Baden IKGB fanden. Mit ihrer hervorragenden Akustik war sie der ideale Ort für ein Konzert der Sonderklasse. Die Berner Klezmer interpretierten unter der souveränen Leitung des polnischen Tenors Mariusz Chrzanowski ein anspruchsvolles Programm beliebter Klezmer Melodien. So manches Stück verleitete das Publikum zum spontanen Mitklatschen und man ertappte sich beim Mitsummen beliebter Melodien wie Hine ma tov, Romenya, Yiddle mitn fiddl und vielen anderen bekannten Stücken. Der Tenor Chrzanowski ist ein Multitalent, der neben dem Gesang auch das Akkordeon und die Klarinette beherrscht. Neben seiner sängerischen Tätigkeit ist er auch als Komponist von Sololiedern und Chormusik tätig. Alle Ensemble-Mitglieder sind Vollprofis, die mit viel Herzblut und Hingabe Meister Ihres Fachs sind. Der Klarinettist Gerrit Boeschoten verstand es, die Anwesenden mit seinen emotionellen Interpretationen das Publikum von Anfang an in seinen Bann zu ziehen. Da hatte man schnell das Gefühl, dass seine Klarinette gleichzeitig weint und singt Die Geigerin Myrta Prato zauberte einen himmlischen, ja geradezu sphärischen Klang aus den Saiten Ihres Instruments. Die jungen Interpreten Lucas Holguin am Kontrabass und Arturo Mariotti an der Gitarre rundeten den gelungenen Konzertabend mit ihrem virtuosen Können ab. Jedes Stück erzählte auf eine subtile Art von Freud und Leid des jüdischen Volkes und das Publikum belohnte das Ensemble mit einem enthusiastischen Applaus.  

Alexander Hoffmann