Männerturner pflegen bisweilen ihren Sommerausflug fernab von Fitness-, Sport- und Spielbetrieben durchzuführen, dafür umso mehr der Nostalgie zu huldigen. Das Militärmuseum in Full bietet sich dazu in hervorragender Weise an. In einem zweieinhalbstündigen Rundgang lassen sich vom 50 Tonnen schweren Panzerkoloss bis zum drei Gramm leichten, filigranen Zinnsoldaten Erinnerungen aus der eigenen militärischen Erlebniswelt wieder wecken. Da stehen und gehen wir also, ducken die Köpfe unter den Geschützrohren durch, nehmen Motorenleistungen von hunderten von PS und Dieselverbräuche, welche wir privat kaum in einem Jahr erreichen, zur Kenntnis. „Besteigen verboten“, aber berühren erlaubt, wir halten die Hände trotzdem in den Hosentaschen, soviel kalten Stahl streicheln, wollen wir nicht, mit all dem, was wir schon über Krieg gehört haben in unserem Alter. Vor den Schweizer Panzern kommt der Moment wieder hoch, wo wir im Kellerloch dort in Murgenthal während den grossen Manövern gehockt sind und eben solch ein Cent auf der Landstrasse daher kam, die zwei Panzerabwehr-Granaten daneben blieben unberührt, der Puls dafür auf 180, aber gottseidank noch am Leben. Dem Füsilier ist auch eine Ecke gewidmet in der hohen Halle und es wird bewusst, dass da im Museum nun ausgestellt ist, was du damals mit Stolz als modernes Teil gefasst und getragen hast. Die 17 Männer und Frauen splitten sich immer öfter in eigenständige Kleingruppen auf, haben selber Erläuterungen bereit zu den Objekten und der Leiter kann nur mit Unterstützung von dem Paul seiner lieben Theres die Männerturner als geschlossene Formation durch die Sammlung bringen. So gegen 13 Uhr erreicht die Truppe das Bistro mit den rot-weissen Tischtüchern und die Übung wird abgebrochen. Zwar nur für die optischen Eindrücke, für die gastronomischen geht es weiter… da sitzen doch bald alle vor einem Gamellendeckel und löffeln „Spatz“, dazu darf es heute auch ein Glas Roten oder Bier sein, am Nachmittag ist eh Abtreten und es geht zivil weiter.

„Zivil weiter“ ist nur beschränkt zutreffend, denn wir inspizieren den Grenzabschnitt zwischen der Schiffanlegestelle Full und dem Kraftwerk Albbruck-Dogern, vom Schiff aus notabene und mitten auf dem Rhein, hinunter und hinauf, mit einer Stange Hell auf dem Tisch. Alles in Ordnung, etwas windig zwar, aber sonst keine besonderen Ereignisse, könnten wir zu Protokoll geben.

Dank dem guten Ruf, welcher reisenden Männerturngruppen vorausgeht, wird der abschliessende Teil der Logistik mit einem Rufbus realisiert und die Truppe wird entspannt und zufrieden in den Urlaub entlassen… Ruhn, abtreten.