Die Zeiten von art for arts sake sind heute nicht mehr präsent. Die Einflüsse und die Wirkung von Kunst haben sich signifikant verändert. Zwar sehen sich Künstler in der heutigen Zeit immer noch als gesellschaftlich-politische Akteure, doch beeinflussen neue Medien die Kunst sehr intensiv. Die Professorin Sabine Gebhardt Fink erklärt hierzu ihre Position und wie sie die Kunst im Wandel der Zeit betrachtet. Zunächst einmal gibt es einige Unterschiede zwischen den Kunstwerken. Kunst in einer Galerie und Kunst in einem öffentlichen Feld unterscheiden sich nicht weniger, als Kunst als Skulptur oder Kunst als Gemälde. Es wird immer andere Blickwinkel auf die Kunst geben. So manches Kunstwerk steht immerhin auch in der Erwartung gekauft zu werden und im privaten Raum zu wirken. Im Vergleich finden sich auf mynewart.de viele Kunstwerke mit einem Anspruch darauf, Kunst zu sein. Diese sind wahrscheinlich aber nicht als Kunst konzipiert, die einen politischen oder rein gesellschaftlichen Hintergrund trägt. Unterschiede werden also schnell und deutlich erkennbar.

Kunst im öffentlichen Raum

Die Professorin Sabine Gebhardt Fink sieht hier durchaus einen politisch-gesellschaftlichen Anspruch. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte sich einiges, sodass bis in die 50er und 60er Jahre hinein eine Art von Höhepunkt der Artist Placement Group stattfand. Es gab auf einmal Künstler in Ämtern, Fabriken oder in Geschäften. In den 90er Jahren traten wiederum etwas andere Facetten zum Vorschein. Prof. Fink sieht eine intensive Veränderung in den letzten Jahrzehnten, als eine Privatisierung von öffentlichem Raum stattfand. Gemeinschaftliche Güte und öffentliche Räume verschwanden. Künstler wehren sich nun dagegen mithilfe von Performances im Stadtraum. Ökonomische Alternativen erscheinen und man macht sich über die Politik lustig. Darüber hinaus treten viele Künstler inzwischen außerhalb des Systems Kunst auf. Kollaborationen sind eine Form, in der Werke entwickelt werden.

Bekannte Künstler in der neuen Öffentlichkeit

Künstler im öffentlichen Raum mit Rang und Namen finden sich zahlreich. Ihr Werk ist friedlich und hebt sich von aggressiven Werken anderer Künstler ab. In Zürich findet sich beispielsweise Esther Eppstein in ihrem Message Salon. Die fiktive Galerie Helga Broll entstammt der Fantasie von Chris Regn. Prof. Fink macht darauf aufmerksam, dass es auch einen Raum für Kunst gibt, der aggressiv wirkt und sich bewusst aggressiv präsentiert. Im International Institute of Political Murder agiert etwa Milo Rau, der bekannte Schweizer Theaterregisseur. Nicht weniger bekannt ist Philipp Ruch im Zentrum für politische Schönheit. Auch hier geht es um politisch-gesellschaftliche Aktionen. Nur verkleidet Ruch diese vielmehr als PR-Aktionen. Diese neue Form von Öffentlichkeit hebt sich drastisch von dem ab, was in der Kunst ehemals bekannt war.

Politpossen als Kunst

Medial geeignete Themen finden einen Raum und haben einen Wert für unterschiedliche Medien, wie Internet, Print oder Fernsehen. Kunst kann also nicht mehr nur still an der Wand. Eine Konfrontation mit dem Publikum provoziert zunächst vielleicht Ablehnung, bleibt aber weitaus länger im Gedächtnis und gewinnt Aufmerksamkeit. Bekannte Künstler aus diesem Bereich sind etwa Alina Schmuziger und Piera Sutter mit berühmter Ölmalerei. Darüber hinaus findet sich eine Urban Camouflage, die zunächst auch nicht als Kunst wahrgenommen wird. Désirée Palmen ist eine bedeutende Künstlerin, die ihre Kunst tarnt. Eigentlich eine wichtige Frage in der heutigen Zeit. Muss Kunst sichtbar sein? Darf Kunst auch versteckt sein? Prof. Fink sagt, dass die Wahrnehmung nicht im Vordergrund steht, solange die Kunst Haltungen, Handlungen oder die Perzeption verändert werden.