Für einmal haben die Mitglieder des Natur-und Vogelschutzvereins Baden / Ennetbaden keinen Abstecher in die Natur unternommen, sondern haben die Natur in unserer nächsten Nähe unter die Lupe genommen. „Natur im Siedlungsraum – Gartenlandschaft im Kappelerhof“. Unter diesem Motto führte am letzten Samstag der versierte Stadtökologe Tobias Liechti ein buntes Trüppchen durch ein vordergründig alltägliches Wohnquartier. Da gibt es Gartentypen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: fein säuberlich gepützelte Vorgärtchen, mit Pflanzen aus dem Gartencenter, neuere Gebäude mit gekiesten Ruderalflächen, die keiner speziellen Pflege bedürfen, und wo beobachtet werden kann, wie sich die Natur ihren Platz zurückerobert; aber auch lange sterile Kirschlorbeerhecken.

Eine Teilnehmerin berichtete, wie mit viel Engagement verhindert werden konnte, dass ein Quartierweg asphaltiert wurde, und wo nun ein bunter Flor den Wegrand säumt. Höhepunkt war der Besuch in einem Wildblumengarten, in dem mit gezielten Eingriffen die Natur gefördert wird, und wo Bergmolche und das Grosse Zweiblatt, eine Orchideenart, bewundert werden konnten.

Es braucht nicht immer viel, um mehr Natur im Siedlungsraum zu erlauben. Die Exkursion bot dazu Inspiration zu Hauf. (pru)