Der jährlich veranstaltete kulinarische Römimärt findet bereits zum vierten Mal in Folge statt. Im Garten der Stadtvilla an der Römerstrasse 20 in Baden präsentieren Produzenten aus kleinen und mittelgrossen Betrieben am 28. Juni ganz besondere Lebensmittel vom Feinsten. Der Märt wird organisiert von „per amici Olivenöl“ zusammen mit „Slow Food-Convivien Aargau-Solothurn“ und wird unterstützt von Coop Schweiz.

In diesem Jahr sind auch mehrere Praesidio-Produzenten vertreten. Es handelt sich dabei um Hersteller hochwertiger Lebensmittel, die vom Verschwinden bedroht sind. Gleichzeitig widmen sie sich dem Schutz einzigartiger Regionen und Ökosysteme, fördern traditionelle Bearbeitungstechniken und setzen sich für den Erhalt autochthoner Tierrassen und Pflanzenarten ein.

Genussvolles Essen, Sorge tragen zu Lebensmitteln und Ressourcen, Kreativität und Ideenreichtum – das alles ist Teil des Römimärts.

Heute sind Konsumenten gewohnt, dass alles immer erhältlich ist. Beim speditiven Einkaufen und schnellen Zubereiten von Mahlzeiten bleibt die Würde der Lebensmittel oft auf der Strecke. Das meiste ist heute in Massen herstellbar und verhältnismässig billig, sodass hingenommen wird, dass rund ein Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel verloren geht. Wieviel Arbeit hinter hochwertigen Nahrungsprodukten steckt, wird kaum mehr erkannt, schon gar nicht, dass Produzenten oft ein erhebliches Risiko tragen. So mussten Schweizer Weinproduzenten im letzten Jahr die schmerzhafte Erfahrung machen, dass Essigkirschfliegen in Massen ihre Trauben befielen und grosse Teile der Fruchtbestände vernichteten. Olivenbauern in Italien erging es ähnlich. Ganze Ernten wurden von der gefürchteten Olivenfliege zunichte gemacht, und jetzt bedroht das Bakterium Xylella fastidiosa Olivenbäume vernichtend.

Der Römimärt bietet die Gelegenheit, kleine Produzenten kennenzulernen, die mit Leidenschaft hochwertige Lebensmittel herstellen und im Sinne von Slow Food die Freude an köstlichen Nahrungsprodukten mit Engagement für ihre Gemeinschaft und die Umwelt verbinden. Slow Food postuliert ein Recht auf gutes Essen für alle und fordert dazu auf, Verantwortung für das Erbgut der Biodiversität, der Kultur und des Wissens wahrzunehmen. www.roemi-maert.ch

Leni Fueter