Über hundert Jugendliche bauen Badener SAC Hütte um Die SAC Sektion Lägern baut diesen und den nächsten Sommer ihre Berghütte, die Rotondohütte um. Die Hütte befindet sich zuhinterst im Witenwasserental, rund 1 Stunde zu Fuss von der nächsten Strasse entfernt. Der Umbau ist nur möglich, weil sich viele daran beteiligen. Neben Sponsoren, Spendern und Darlehensgebern unterstützen auch viele mit ihrer Arbeit das Projekt. So konnte dieses Jahr der Rohbau einer grosszügigen Erweiterung praktisch ohne Lohnkosten erstellt werden. Eine bunte Truppe von Schülern, Berufstätigen, Pensionisten und vor allem , Lernenden wirkten auf der Baustelle und erledigen die anfallenden Arbeiten. Nun, nach gut fünf Wochen Bauzeit steht der Rohbau und der Innenausbau kann beginnen. Montagmorgen, 16. August: Tief hängen die Wolken über dem Cavannapass, es regnet leicht. Die Aussicht beschränkt sich auf ein schmales Band bis zur Wolkenuntergrenze. Der Kleinbus, der die 16 Lehrlinge und 2 Leiter des Lehrlingslagers der EGLIN-Gruppe ausgeladen hat, verschwindet Richtung Realp. Langsam setzt sich der Tross in Bewegung, alle schwer beladen. Neben den Kleidern für eine Woche muss auch noch Elektromaterial auf die Hütte. Weiter warten stehen zwei Garetten auf dem Parkplatz, welche auch auf die Hütte gebraucht werden. Begonnen hat die diesjährige Etappe des Umbaus anfangs Juli. Bei strahlendem Sonnenschein und schwitzend haben 2 Gruppen von Jugendlichen, unterstützt von ein paar Sektionsmitgliedern mit den Abbruch- und Aushubarbeiten begonnen. Weiter wurde in dieser Woche eine Bruchsteinmauer der Terrasse erstellt. Bei den beiden Gruppen handelte es sich einerseits um Schüler, welche im Rahmen des SAC-Angebots «Work&Climb» arbeiteten und kletterten. Die andere Gruppe besteht aus Maurer- und Strassenbaulehrlingen aus dem ganzen Kanton Aargau. Die Lehrlinge sind auf der Hütte weil ihre Lehrfirmen einem Aufruf von Roni Brunner gefolgt sind und sie für diese Woche angemeldet haben. Roni Brunner, welcher in der Baufirma Brunner, Strub und Partner unter anderem für die Lehrlingsausbildung zuständig ist, leitet die arbeiten auch an. Da schleppen dann Schüler Mörtel für die Maurer auf das Gerüst oder suchen passende Steine für die Bruchsteinmauer im Gelände. Bürolisten binden zusammen mit Strassenbaulehrlingen Armierungskörbe oder helfen beim Schalen mit. Auf einer so abgelegenen Baustelle, ohne Kran und ohne schwere Maschinen muss vieles von Hand erledigt werden. Kein Teil kann einfach mal an den Kran gehängt werden oder mit einem Fahrzeug verschoben werden. Jeden Abend ist die Arbeit ein Stück weit weiter fortgeschritten, eine Mauer wieder etwas höher oder die Baugrube etwas tiefer. Auch während der zweiten Bauwoche sind wieder Teilnehmer von Work&Climb und Baulehrlinge an der Arbeit. Während der dritten Bauwoche sind es hauptsächlich Baulehrlinge, welche auf der Baustelle wirken. In den Wochen vier und fünf sind zusätzlich die Teilnehmern eines Lehrlingslagers der EGLIN-Gruppe am arbeiten. Dazu kommen immer ein paar Freiwillige aus der SAC Sektion Lägern. Am Ende der fünften Woche ist der Rohbau weitgehend abgeschlossen, der Anbau Ost steht! Ein Team von angehenden Berufsleuten, wenigen Bauprofis und Freiwilligen haben ein Werk geschaffen, dass sich sehen lässt und das die Beteiligten mit berechtigtem Stolz erfüllt. Neben ein paar warmen Tagen war es oft kalt und regnerisch und mehrmals lag Schnee vor der Hütte. Die Gruppe von EGLIN-Lehrlingen welche aus dem Bus gestiegen war, ist inzwischen in der Hütte angekommen und arbeitet an verschiedenen Aufgaben in und um der Hütte. Die einen entfernen die Schalung aus einem Raum, die anderen beginnen an einem anderen Ort mit der Elektroinstallation. Dass der Regen inzwischen in Schneefall übergegangen ist und die Landschaft mit einem Hauch Schnee überzuckert hindert niemandem am Arbeiten. Auch die Truppe, welche mit den zwei hochgeschleppten Garetten die Baugrube hinterfüllt lässt sich vom Wetter nicht beirren. Niemand zählt, wie viele Steine jeweils in die Garette geworfen werden müssen, bis sie voll ist. Und dann wenn die schwere Last in die Baugrube gekippt und man meint das Loch sei genau so gross wie auch zuvor geht es wieder zurück zum Sammeln. Und siehe da: Stück für Stück füllt sich die Grube, die geleistete Arbeit wird sichtbar! So wird es die Woche weitergehen: Arbeit an verschiedenen Baustellen draussen und drinnen. Viel laufen, viel tragen. Und am Abend ist das Bauwerk wieder weiter. Im Winter, wenn die Rotondohütte wieder viele Skitourengänger beherbergen wird, wird die neue Infrastruktur den Gästen zur Verfügung stehen. Ein neuer Trockenraum, Duschen, dazu WCs welche nicht mehr stinken und für die Hüttenwarte endlich etwas mehr Platz für Lebensmittel und Holz. Ein Umbau, welche ohne die vielen Hände nicht möglich gewesen wäre. Ein Umbau, welcher auch viele Erinnerungen und Erlebnisse geschaffen hat. Informationen zur Rontondohütte: Die Rotondohütte liegt oberhalb von Realp, zwischen dem Gotthard und dem Furkapass. Sie kann auf verschieden langen und verschieden schwierigen Wanderwegen erreicht werden. Rund im die Hütte hat es verschiedene Möglichkeiten für alpinistische Betätigungen. Die Hütte ist während der Sommer- und der Wintersaison von Evi Müller und Christoph Balitsberger bewartet. Sie bieten Übernachtung und Halbpesion. SAC Hütten stehen allen Besuchern offen, eine Mitgliedschaft ist nicht notwendig. Weitere Informationen unter 041 887 16 16 oder www.jo-sac.ch/rotondo Der Baufortschritt kann auf der Web-Site des SAC Lägern verfolgt werden. www.sac-baden.ch -? Rotondo 2010 Bilder folgen in sepraten eMails. Bild 1: Anfangs der ersten Woche. Die Rotondohütte wie sie sich bisher präsentiert hat. Angehende Strassenbauer und Maurer brechen die alte Umfassungsmauer des Hüttenvorplatztes ab. Bild 2: Roni Brunner gibt Anweisungen für die Vormauerung. Im laufe der ersten Woche erstellen hier Schüler aus dem Work&Climb und die Maurerlehrlinge eine Natursteinmauer, welche die «Terrasse West» ein fasst. Dazu müssen fast 20m3 Material (rund 50 Tonnen) bewegt werden, das meiste von Hand! Bild 3: Betonieren für die Fundamente. Der Beton wird direkt vom schwebenden Heli verarbeitet. Bild 4: Im Work&Climb wird nicht nur gearbeitet, sondern es werden auch Touren gemacht. Auf diesem Bild steigt der alpinistische Leiter des Work&Climb-Lager, der Bergführeraspirnat René Vitins vom Grossen Leckihorn ab. René Vitins leitet diese Lager im Rahmen eines Zivildiensteinsatzes, was für alle Beteiligen eine sehr gute Sache ist. Bild 5: Die fertige Terrasse West im Abendlicht. Die Vormauerung wurde vom Work&Climb und von Maurerlehrlingen erstellt. Bild 6: Bild Lehrlinge der EGLIN-Gruppe erstellen eine Kernbohrung Bild 7: Ein angehender Maurer erstellt mit Porenbetonsteinen eine Mauer. Er wird dabei von einem Freiwilligen der Sektion unterstützt welcher im Berufsleben nicht in der Baubranche arbeitet. Das Team funktioniert gut, die Mauer wächst schnell und gerade. Bild 8: Natursteinvormauerung: Ein 3D-Puzzle aus Granit auf 2570m über Meer. Kaum die tägliche Arbeit dieses angehenden Maurers. Trotzdem kommt die Mauer gut voran und kändet vom Können des Handwerkers. Bild 9: Vor gut 3 Wochen war hier erst ein Vorplatz, nun wird schon die Deckenplatte des Anbaus betoniert. Bild 10: Anfangs Woche 6: Der Rohbau ist fertig. Innen gehen die Arbeiten weiter und der Platz hinter dem Anbau muss noch aufgefüllt und gemacht werden. (bsc)