Gelebtes Leben – Wertvolle Erinnerung

Unter diesem Titel ging es in der Senioren-Arena um das Thema: Loslassen, Aufräumen. Im ersten Teil hat Frau Romy Tafra als Psychotherapeutin Fragen und Antworten in den Raum gestellt: Loslassen, um Platz zu schaffen! Dabei kann neuer Raum entstehen. Der Umzug in eine kleinere Wohnung oder ins Altersheim kann eine grosse Herausforderung sein. Zum einen das Loslassen eines gelebten Lebens, zum andern das Annehmen und Anpassen an die neuen Lebensumstände. Ein persönlicher Erfahrungsbericht einer Seniorin, die mitten im Räumungsprozess steckt, hat aufgezeigt, dass nebst ganz praktischen Problemen, auch emotional immer wieder Hürden zu bewältigen sind. Jeden Tag stellte sie sich Fragen und traf Entscheidungen: was mache ich mit dem Klavier, mit den Büchern, mit den Fotos usw. Sie gab auch gute Impulse, wie und wo diverse Sachen verkauft, verschenkt oder entsorgt werden können.

 Zu diesem Thema hat im zweiten Teil Emil Schmid, bekannt von Onkel Tom’s Brocki von seinen langjährigen und unterschiedlichen Erfahrungen mit Räumen und Zügeln erzählt. Was wird entsorgt, was nimmt man mit? Hier zeigt sich das individuelle Loslassen; die einen können es pragmatisch angehen, den andern fällt es sehr schwer. Herr Schmid sprach auch über die unterschiedlichen Wertvorstellungen von persönlich lieb gewordenen Sachen. Möbel können im Brockenhaus fast nicht mehr verkauft werden. Bei Entsorgungen, die oft unvermeidlich sind, kommt das fachgerechte Recycling zum Zug. Herr Schmid hat immer wieder mit Menschen in Ausnahmesituationen zu tun. Bei seinen Ausführungen gab es oft ein Schmunzeln, manchmal Betroffenheit oder ein verständnisvolles Nicken.

 Zum Schluss ein Satz aus einem Buch von Amselm Grüen, das Buch wurde beim aussortieren zufällig aufgeschlagen: „Jeder Aufbruch macht Angst, denn Altes, Vertrautes muss abgebrochen werden. Und während ich abbreche, weiss ich noch nicht, was auf mich zukommt!“