Das Weihnachtskonzert von Jazz in der Aula war dem französischen Orchesterleiter, Pianisten und Komponisten Claude Bolling gewidmet. Bolling und sein Orchester wurden in der Badener BBB-Aula repräsentiert durch das Sextett von Claude Tissendier.

Dieser Kleinformation gehören Mitglieder der Claude Bolling Big Band an: Tissendier (Altsaxophon, Klarinette), Patrick Artéro (Trompete, Flügelhorn), Philippe Milanta (Piano), Pierre Maingourd (Bass), Vincent Cordelette (Schlagzeug), Faby Medina (Gesang).

Das Konzert bot eine gelungene Synthese von grossorchestralem Jazz, kleinorchestral gespielt, und einem Hauch französischem Varieté. Es umfasste Kompositionen Claude Bollings, die dieser für sein Jazz-Orchester und als Filmmusik komponiert hatte.

Meisterhaft war dem Sextett die Umsetzung der Big Band-Musik auf die Kleinformation gelungen. Denn der Bläsersatz, der bei einer Big Band ein Dutzend Instrumente umfasst, war hier auf nur ein Saxophon und eine Trompete reduziert. Das Zusammenspiel dieser beiden Instrumente war derart raffiniert gestaltet, das füglich der Eindruck des quirligen Wechselspiels zwischen den einzelnen Instrumentensektionen einer Big Band entstand.

Abwechslungsreich ebenfalls die bunten Wechsel zwischen Jazzkompositionen und Filmmusik. Letztere wurde zwar ebenfalls jazzmässig mit Improvisationen interpretiert, doch brachten sie durch ihre stimmigen Melodien viel Dramatik und oft einen anrüchigen Hauch von Zwischenwelt in den Konzertsaal.

Für einige Songs betrat die Sängerin Faby Medina die Bühne. Ihre angenehme Stimme mit dem sanften Timbre war wie geschaffen für die Filmtitel, abhold von Glamour, doch zeigte sie sich in „Everbody Loves My Baby“ auch als versierte Scatsängerin.

Die solistischen Höhepunkte kamen von Saxophonist Claude Tissendier, aus einem Guss strömende Melodien mit schlüssiger Phrasierung; von Patrick Artéro besonders auf dem Flügelhorn mit eleganten, klanglich gedämpften Linien. Bassist Pierre Maingourd brillierte fein swingend in „Duke on my Mind“, das er mit einem listigen Schluss versah; Schlagzeuger Vincent Cordelette imitierte in „Take a Break“ mit luftigem Besenspiel beinahe ein volles Orchester. Pianist Philippe Milanta stellte seine Vielseitigkeit im „Borsalino“ mit einem Boogie/Stride/Garner-Medley unter Beweis. Die Schlussnummer schliesslich war ebenfalls Milantas Wunsch und spezielles Solostück, „Take The A-Train“, dessen Komponist Billy Strayhorn just am Konzerttag hundertjährig geworden wäre.