An der Kirchgemeindeversammlung vom 20. November hiess es in Baden Abschied nehmen vom langjährigen Präsidenten Paul Bruderer. Dieser konnte nochmals ein ausgeglichenes Budget mit unverändertem Steuersatz von 18 Prozent präsentieren.

Bettina Weissenbrunner

Dass eine Kirchgemeindeversammlung mit einem Gospelkonzert beginnt, ist nicht alltäglich. Anlass zu dieser überraschenden Einlage des Gospelchors „Spirit of Hope“ gab die Verabschiedung von Paul Bruderer als Präsidenten der Kirchenpflege. Seit 1985 in verschiedenen Funktionen tätig, gibt er nun den Stab an Ana G. Voellmin weiter, die im November vom Stimmvolk gewählt wurde. Sichtlich gerührt nahm Bruderer den Dank von Chorleiter Christoph Wieder entgegen. Bruderer sei immer ein grosser Unterstützer des Chors aus Nussbaumen gewesen, sagte dieser. Die rhythmisch mitreissenden Gospelsongs genossen die 68 anwesenden Stimmberechtigten gemeinsam mit Paul Bruderer sehr.

Ausgeglichenes Budget

Danach ging es an die ordentlichen Geschäfte. Der Kirchgemeindeversammlung wurde, wie bereits in den Vorjahren, ein ausgeglichenes Budget präsentiert. Der Steuersatz bleibt unverändert bei 18 Prozent. Ohne Gegenstimme wurde das Budget denn auch genehmigt. Etwas mehr zu Diskutieren gab der Stellenplan 2019, der aufgestockt werden soll. Die Kirchenpflege unterstützt das Anliegender Teilkirchgemeinden, die Zentralen Dienste in Baden auszubauen. Gegenwärtig wird dort der Stellenetat um 60 Prozent überschritten. Diese 60 Prozent sollen abgedeckt sowie weitere 40 Stellenprozente gesprochen werden, damit man für die Zukunft etwas mehr Gestaltungsfreiraum habe, erklärte Ana G. Voellmin. Zudem wurde eine Erhöhung der Stellenprozente der Sigristinnen um 60 Prozent beantragt. Dies um den Sigristendienst, der immer mehr Aufgaben beinhaltet, zu stärken. Ein Votant kritisierte den „Ausbau auf Vorrat“ bei den Zentralen Diensten. Dennoch stimmte die Gemeindeversammlung dem neuen Stellenplan mit grossem Mehr zu.

Auch vom Finanzplan 2019 bis 2023 nahm die Versammlung Kenntins. Auf der Basis der kantonal abgestützten Steuerertragsschätzungen sei das geplante Investitionsprogramm der Kirchgemeinde gut zu finanzieren, so Gemeindeschreiberin Liselotte Käser. Ein allfälliger Ertragsüberschuss wird seit 2017 vollumfänglich in die Rückstellungen für den Um- und Neubau des Kirchenareals eingelegt.

Info-Abende zur Gemeindeentwicklung

Zum Schluss der Versammlung informierte Ana G. Voellmin über den Stand des Vorprojektes Gemeindeentwicklung. Für rund 4 Millionen Franken soll das Kirchenareal saniert werden. Wie die Investitionen getätigt werden, dies soll im Vorprojekt diskutiert und festgelegt werden. Dazu ist die Bevölkerung herzlich eingeladen, sich mit ihren Visionen und Bedürfnissen am Findungsprozess zu beteiligen. Der Entscheid über den Projektkredit wird an der Kirchgemeinde­versammlung vom Juni gefällt. Bis dahin werden in den einzelnen Teilkirchgemeinden Info-Veranstaltungen durchgeführt. Diese sollen den Stimmberechtigten nochmals Einsicht ins Projekt geben. Denn die künftige Präsidentin Ana G. Voellmin ist überzeugt: „Der Bau und die Neugestaltung sind eine Riesen-Chance für die Stadt Baden.“