Unser Turnkamerad Heinz Walter hatte vor langem angekündigt, nun endgültig alle verbliebenen Ämter, die er immer noch in der Holding des STV Baden erfüllt hat, zum Jahresbeginn 2012 abzugeben. Das, was wir erst nur als Mög­lichkeit wahrgenommen haben as ist also wahr geworden: Heinz ist zurückgetreten und wir blicken in höchs­ter Anerkennung auf seine 17 Jahre währende Tätigkeit für den Stadtturnverein zurück.

Heinz war Mitglied im Holdingvorstand des STV-Baden von 1994 bis 2010. In dieser Zeit war er verantwortlich für das Mitgliederwesen (1994 – 2010) und das Inkasso (1996 – 2006). Viel wichtiger als die reine Dauer dieser Tätigkeit waren die Impulse für die Weiterentwicklung und die Neuorientierung des Stadtturnvereins. Her­ausragend ist zunächst die stets konstruktive Mitarbeit an der Neustrukturierung des STV Baden, die zu der heutigen Holding-Struktur geführt hat. In diesem Zusammenhang hat Heinz auch die Zusammenführung der Mit­gliederdateien umgesetzt und ein neues Inkasso-System auf- und ausgebaut. In den entscheidenden Monaten der Holding-Grün­dung war Heinz mit unermüdlichem Einsatz zur Stelle und er hat entscheidend zur For­mulierung und Umsetzung der nötigen Reg­lements und Richtlinien beigetragen. Und das ist ja die eigentliche Herausforderung in den Phasen der Umgestaltung: Dass man nämlich die Leute findet, die nicht nur mittragen son­dern auch gestalten.

So war es auch eine beinahe logische Schlussfolgerung, dass unser lieber Turnka­merad Heinz am 15. Mai 2002 zum Ehren­mitglied des Stadtturnvereinsernannt wurde. Neben den bereits genannten Gründen spiel­te hier eine besondere Eigenschaft von Heinz eine grosse Rolle, nämlich seine Fähigkeit, den Blick nach aussen nie zu verlieren und in der Kommunikation zu den Mitgliedern und den Aussenstehenden Massstäbe zu setzen. So mancher ist sich ja selbst genug, wenn er bzw. sie ein verlässlicher Aktuar oder Kassier oder Verwalter des Mitgliederwesens ist. Für Heinz war aber immer klar, dass diese rein administrativen Tätigkeiten sich selbst nicht genügen. Entscheidend für den Fortbestand des Stadtturnvereins ist eben die Wahrneh­mung der Mitglieder und der Öffentlichkeit. Und so hat Heinz mit einer bewundernswer­ten Konstanz Artikel um Artikel für die Tages­presse und den Stadtturner geschrieben. In meinen Augen noch wichtiger ist aber, dass er für die Holding vom Januar 1994 bis De­zember 2011 Geburtstags -und Kondolenz­karten selber hergestellt und verschickt hat. Ich weiss aus vielen verschiedenen Gesprä­chen, dass dieses bei den Mitgliedern mehr für die Identitätsstiftung beigetragen hat, als man sich das vorstellen mag. Besonders bei der Verbindung zu unseren älteren Passiv-Mitgliedern ist diese Art der Zuwendung und gelebten Turnfreundschaft ein wesentlicher Grund, uns die Treue zu halten. Die Ernennung zum Ehrenmitglied war für Heinz glücklicherweise kein Anlass, sich zurückzulehnen und sich auf seinen Lorbee­ren auszuruhen. Er war weiterhin Aktuar der Holding (2000 – 2005) und ausserdem Vor­standsmitglied der GymFit von Mai 2003 bis Juni 2008 als der Zuständige für die Öffent­lichkeitsarbeit.

Ebenfalls nach der Ernennung zum Eh­renmitglied hat Heinz das Sponsoring für die Jugendförderung initiiert und realisiert. Wir kennen die Sponsorenseite alle; dieser stili­sierte Sportplatz auf der Doppelseite in der Mitte des Stadtturners, aber ich glaube, nicht alle kennen die Bedeutung!? Heinz hat mit einem unglaublich sicheren Gespür für die Notwendigkeit einer solchen Förderung und der Machbarkeit des notwendigen Sponso­rings diese Idee umgesetzt. Alleine in den Jahren von 2002 bis 2009 wurden fast auf den Franken genau 132 000 CHF an die Ju­gend des Stadtturnvereins ausgeschüttet! Also ca. 16 500 CHF pro Jahr! Das übertrifft bei weitem die Mittel, die z.B. die Gymfit über die Abrechnung der J+S Kurse und die Arbeitseinsätze erhält! Ich bin sicher, auch im Unihockey, Handball und Volleyball trägt die Jugendförderung entscheidend zum Budget bei.

Wenn ich nun alle die «Amtsjahre», die Heinz in den 17 Jahren geleistet hat, zusam­menzähle, dann komme ich auf 88 Amtsjahre! Und da habe ich all die Einsätze für den Lim­matlauf, die Bundesfeier, die Badenfahrten etc. nicht mitgezählt.

Lieber Heinz, eine Würdigung wie die­se gerät im Tonfall immer leicht zum reinen Nachruf. Umso glücklicher bin ich, dass Du auch weiterhin für den Stadtturnverein zur Verfügung stehst. Mit Rat und Tat sowieso. Aber zusätzlich hast Du Dich bereit erklärt, weiterhin als Co-Leiter der Fitness-Mix tätig zu sein und ausserdem als GymFit-Koordina­tor für den Stadtturner, beide Ämter füllst Du auch schon seit 2005 aus. Lieber Heinz, lass mich noch ein paar per­sönliche Worte anhängen. Ich habe Dich ken­nen gelernt als jemanden, den die echte Sorge um den Verein und seine Mitglieder umtreibt und der aufgrund seiner Erfahrung oft weiss, was gut für den Verein ist. Eine feste Überzeu­gung kennt auch Widerstand und so hat sich an Deinen Überzeugungen sicher mancher gerieben. Ich habe Dich aber nie «diktato­risch» erlebt, sondern immer konstruktiv und mitfühlend. Ich bin froh, dass ausgerechnet ich diesen Artikel schreiben darf. Und ich hof­fe, dass Du auch in Zukunft mit Deinen Nach­folgern im Stadtturnverein zufrieden sein kannst und dass unser Stadtturnverein auch immer «Dein» Stadtturnverein bleibt. Hab im Namen aller Mitglieder des Stadtturnvereins vielen Dank für Dein Engagement, wir werden es Dir nie vergessen!

Und zu guter Letzt: Lass uns auch Deiner lieben Frau Lieselotte danken, die Dich in Dei­nem Engagement jederzeit unterstützt und die den Sinn in Deinem Tun sieht, wenn Du mal wieder eingespannt und abwesend bist. Denn, lieber Heinz, wir wissen doch: Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau