Dass bei einem Abstimmungskampf gelegentlich mit harten Bandagen gekämpft wird, ist normal. Jedoch sollten Fehlaussagen nicht unwidersprochen bleiben. So kursiert in letzter Zeit in verschiedenen Leserbriefen der Gegner das Argument, die Kernkraftwerke produzierten den Strom CO2-frei. Dies ist natürlich keineswegs korrekt, denn sowohl die Gewinnung und Aufbereitung des Uranerzes als auch die Herstellung der Brennstäbe geschehen keineswegs CO2-neutral. Nur weil diese Emissionen nicht in der Schweiz anfallen, darf man sie nicht vergessen.

Im weiteren wird immer wieder die Höhe der Subventionierung der erneuerbaren Energien angegriffen. Warum eigentlich? In einem Artikel im Tages-Anzeiger vom 11.11.2015 wird dargelegt, dass tatsächlich für deren Subventionierung 2014 112 Milliarden Dollar weltweit ausgegeben wurden – nur – Kohle, Oel und Erdgas wurden im selben Zeitraum mit sage und schreibe 490 Milliarden Dollar subventioniert. Kein Wunder, kann Kohlestrom so billig abgegeben werden, dass unsere Wasserkraftwerke nicht mehr rentieren können. Hier gilt es, gleich lange Spiesse für alle zu schaffen.

Elektrizität ist eine äusserst wertvolle Energieform, und man darf sich fragen, ob sich dies nicht auch im Preis niederschlagen darf. Eine kleine Erhöhung von 1-2 Rappen/ Kilowattstunde kann jeder Haushalt verkraften, und sie wäre eine spürbare Erleichterung für die Produzenten von sauberer Energie (Wasser, Photovoltaik, Erdwärme, Biogas, Wind).

Berechnen Sie mal, was dies genau für Ihren Haushalt/ Jahr bedeuten würde. Wenn Fernseher und Computer bei Nichtgebrauch ganz abgeschaltet würden, anstatt sie im “Standby” durchlaufen zu lassen, könnten schon einige Kilowattstunden wieder hereingeholt werden.

 Um einen kleinen Schritt Richtung Unabhängigkeit der Schweizer Energieversorgung zu tun, bitte ich alle, dem revidierten Energiegesetz am 21. Mai zuzustimmen,

Hanspeter Funk, Geologe, Baden