Baden

Zurück auf dem Laufsteg des Lebens: Brustoperierte Frauen zeigen im KSB Bade- und Dessousmode

megaphoneLeserbeitrag aus BadenBaden

Die Diagnose Brustkrebs reisst Frauen aus dem normalen Leben. Das Interdisziplinäre Brustzentrum des Kantonsspitals Baden (KSB) setzt alles daran, Betroffene auf dem Weg zurück in den Alltag optimal zu begleiten. Zum Beispiel mit einer speziellen Modeschau, die am 7.6. um 18 Uhr im KSB stattfindet.

Dättwil ist nicht Mailand. Auch nicht London oder New York. Die Models hier sind weder gertenschlank noch hochbezahlt. Und der improvisierte Laufsteg im Personalrestaurant des Kantonsspitals Baden ist weit weniger glamourös als die Laufstege in den Modemetropolen dieser Welt.

Aber was die Models in Dättwil zeigen, ist auf mehr als nur Mode und Haut – sie zeigen vor allem eines: Dass frau nach einer langen und beschwerlichen Brustkrebserkrankung zurück zur Weiblichkeit finden kann.

«Unsere Models sind zwischen 50 und 70 Jahren alt. Frauen, die den Brustkrebs überwunden haben und nun andern Betroffenen Mut machen wollen, sich weiblich zu kleiden», sagt Bea Kiener, Verkaufsleiterin Schweiz der Firma Amoena, die Brustprothesen, sowie Wäsche und Bademode für brustoperierte Frauen herstellt.

«Die Badekleider und Dessous enthalten Taschen, um Prothesen einzulegen. Alles sauber eingearbeitet, der Schnitt etwas höher, damit man von aussen nichts sieht.» Das Feedback sei positiv, sagt Kiener, «unsere Mode bringt den Frauen ein Stück Lebensqualität und Lebensfreude zurück.» Damit sich von Brustkrebs betroffene Frauen wieder sicher und wohl fühlen können. Im Alltag, dem Laufsteg des Lebens.

Einfach wieder Frau sein

Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die meisten im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, in 20 Prozent der Fälle allerdings sind auch Frauen unter 50 Jahren betroffen. Die Diagnose Brustkrebs ist heutzutage kein Todesurteil mehr, die Chancen auf vollständige Genesung sind hoch – insbesondere auch dank der Früherkennung.

Trotzdem: Cornelia Leo, Leiterin des Brustzentrums, weiss, wie sich Betroffene fühlen: «Egal welche Operationen oder Therapien eine Frau machen muss, es geht immer um eine körperliche Veränderung.» Heute kann man 70 bis 80 Prozent der Brustkrebspatientinnen so operieren, dass die Brüste erhalten bleiben. Aber Operationsnarben oder Grössendifferenzen zwischen den Brüsten sorgen für ein neues Körpergefühl, mit dem die Frauen erst leben lernen müssen.

«Viele haben nicht den Mut und das Selbstbewusstsein, sich etwas freizügiger zu zeigen. Ein simpler Badibesuch kann eine grosse mentale Herausforderung sein», sagt Cornelia Leo. Mit der Modeschau will das KSB zusammen mit dem Modelabel Amoena Ängste abbauen und betroffene Frauen unterstützen.

Rundum begleitet zurück ins normale Leben

Die medizinische Genesung und Kontrolle ist die eine Seite. Die seelische Verarbeitung einer Brustkrebserkrankung die andere. Deshalb begleitet das Brustzentrum des KSB Patientinnen nicht nur während, sondern auch nach dem Genesungsprozess.

«Unsere ausgebildeten Psychoonkologinnen unterstützen die betroffenen Frauen in psychisch schwierigen Situationen», sagt Cornelia Leo. Angebote wie Yoga, Achtsamkeitstraining oder Misteltherapien können sich ebenfalls positiv auf den gesamten Prozess auswirken. «Es ist wichtig, dass sich die Frauen wieder wohlfühlen in ihrer Haut, dass Sie beispielsweise Lust haben auf Sommer, Lust darauf, sich schön und weiblich zu kleiden.» Das Angebot des Brustzentrums soll dazu beitragen, dass die Frauen in allen Belangen wieder im Alltag ankommen.

Weitere Infos unter: www.ksb.ch/veranstaltungen 

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