Über 1000 Besucher und Besucherinnen waren am Fulenbacher Wiesenfest. Der Samstagabend stand ganz im Zeichen der Fröhlichkeit. In verschiedenen Trachten und in Lederhosen strömten die Gäste in das Festzelt und liessen sich von den Haderlumpen aus Zell im Zillertal mit einem dreistündigen Konzert in Stimmung versetzen. Die Krönung des Abends war das grandiose Feuerwerk gesponsert von Daniel Lemp und mancher suchte den Heimweg erst in den frühen Stunden.

Was der Initiator Fritz Keller und seine Lebenspartnerin Beatrice hier mit diesem Anlass zelebrierten, ist ein Bier und Wiesenfest in purer Vollendung, wie es auch im Lande Bayern anzutreffen ist. Schön zu sehen, dass alle Freude am Zusammensein hatten und miteinander feierten. Dank den Sponsoren und allen Helfern gelang es, alles reibungslos abzuwickeln. Das Küchenteam mit Paul Bader von der «fotra AG Grenchen» war vier Stunden im Grosseinsatz, bis alle mit dem reichhaltigen Verpflegungsangebot verköstigt werden konnten. Wer sich rechtzeitig eine Mass Eichhof Bier besorgte, musste nicht sofort wieder anstehen. Das Mitsingen und das Tanzen liess wohl manche Kehle etwas früher trocknen. Es dauerte nicht lange und schon standen die ersten Gäste auf den Bänken. Sie klatschten im Rhythmus der Musikanten aus dem Zillertal. Ja, die Haderlumpen liessen sich nicht lumpen und brachten das ganze Festzelt in Trance. Toll war es, den Leuten zuzusehen, wie sie sich freuten, dass Fritz und Beatrice dieses Fest organisiert haben. Ihnen standen die Mitglieder des Vereins Wiesenfest Fulenbach treu zur Seite, aber Fritz stand immer bereit.

Der Sonntag stand im Zeichen des Erntedankes. Der alte Holzwagen mit dem Gemüse von Müller Gemüse Niederbuchsiten, die Becher mit den Tomaten von Bösiger Niederbipp, das gebackene Brot und Butterzöpfe von Familie Hauri, Härkingen, alles gesponsert, konnte von den ökumenischen Gottesdienstbesuchern in Empfang genommen werden. Die Treichlergruppe Gäu aus Egerkingen läutete ohren- betäubend den Gottesdienst ein. Da musste man zuhören, was Beatrice Emmenegger vom Pastoralraum Gäu und Pfarrer Jonas Zürcher Gottesdienst zu sagen hatten. Pfarrer Zürcher betonte im Predigtwort die Problematik aus der Bibel, wenn zu Einladungen zu einem Fest nur Absagen eintreffen. Frau Emmenegger erklärte, wie man früher das Land im 7. Jahr in Brache legte, damit es sich erholen konnte. Ein zarter Wink auf das geschädigte Grundwasser war nicht zu verkennen. Sie wies auch darauf hin, wie einst die Armen Leute das verlorene Saatgut einsammeln konnten. Das erinnerte manchen Besucher wie es vor Jahren Brauch war, Ähren einzusammeln auf dem Feld, um sie selber zu verwerten. Die Blaskapelle Waldheim Kestenholz hat den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet und begleitete das Schlusslied Grosser Gott wir loben dich. Bei diesem Schlusslied stand Fritz Keller mit seiner Lebenspartnerin Beatrice auf der Bühne, bezeugten durch Präsenz den Gottesdienstbesucherinnen und Besuchern Verbundenheit und Dank.

Dann begaben sich Besucher und Besucherinnen auf das Festgelände und bestaunten unter anderem, wie einst das Getreide gedroschen wurde. Studer Hans und sein Team zeigten auf eindrückliche Art, wie es früher war: harte Arbeit. Die alten Traktoren galt es zu bestaunen und noch mehr faszinierten die neuen Mähdrescher der Firma Keller-Schneider, welche mit GPS gesteuert die Arbeit verrichten. Im Festzelt begleitete die Win Music bis zum Ausklang des 2. Wiesenfestes, welches als gut gelungenes bezeichnet werden kann. Dank auch dem wunderschönen Wetter. So kamen viele, Jung und Alt, zu einem Helikopterrundflug und durften mal aus luftiger Höhe das Dorf und die umliegende Gegend besichtigen.

Stephan Jäggi