Schnee & Aktivclub

2-Tages Schneeschuhtour Prättigau

megaphoneVereinsmeldung zu Schnee & Aktivclub

Pulverschnee & heisses Bad

 Schneeschuhtour im Prättigau oder

Ab durch den Pulver, ins dampfende Nass und wieder zurück

der Wetterbericht verspricht nichts gutes. Egal, ich freue mich. Endlich, endlich wieder einmal ab in die Berge, in den Schnee, den Körper spüren,  X'tra-Geist tanken.

Die Verspätung, die mein Wecker mir frühmorgens um vermeintlich 5.20 Uhr einbrockt, holt Markus unter forderndem Zuspruch seiner beiden Jungs souverän auf - mich holt sie jedoch beim kommenden Gipfel(i)treffen in St. Antönien wieder ein. Es ist ein X'tra-Phänomen, dem ich bereits früher unterlag. Eben sind noch alle da - PENG - sind alle weg!

Ich hab's dann doch noch auf die Schneeschuhe geschafft - auch wenn ich sie die ersten hundert Meter verkehrt rum an hatte...

Minus 7° zeigte das Thermometer bei der Einfahrt ins Prättigau entlang der Landquart. Eine von Eiskristallen überzuckerte Märchenlandschaft säumte unseren Weg bis die Strasse dann Richtung Pany, St. Antönien anstieg. Hier auf dem vereisten Parkplatz (Nr. 5) ist es immer noch "gottsjämmerlich" kalt, aber ein Blick in den blauen Himmel und an die sonnenbeschienenen Bergspitzen lässt mich hoffen, heute doch noch mal wieder warme Finger zu kriegen.  

Zum Glück wird unser Gepäck für die Uebernachtung von einem Schneetöff zum Restaurant Alpenrösli - unserer Destination - transportiert. Nur mit dem Tagesrucksack beladen ziehen wir, die gesundheitlich Angeschlagenen, die Nichtsofitten und die Gemütlichen oder soll ich einfach sagen: "Das Bruschi-Harem" mit Ebendiesem los, den Berg auf kurvenreichem ausgetretenem Pfad zu erobern. Der Rest nimmt mit Sepp als "erschti Grupä" die Abkürzung "fadegrad ufä" durch den griesigen Tiefschnee - ich beneide sie wirklich..... keine Sekunde.

Um etwa 11.00 Uhr haben wir ca. die Hälfte des Aufstiegs geschafft. Beide Gruppen finden sich fast gleichzeitig am Z'Nüni-Point ein. So können wir gemeinsam die tolle Aussicht von dieser Alp geniessen. 

Frisch gestärkt geht's weiter. Die Wege der beiden Gruppen trennen sich jetzt definitiv und wesentlich. Ich staune ob der Ausdauer der beiden Jüngsten Andri und Manuel. Sie "fressen" mit Sepp's Gruppe weitere Höhenmeter und sind bald nur noch als kleine Punkte zu erkennen, die den Bergflanken entlang ziehen. Auch unser Ziel ist die Carschinahütte. Kurz nach Aufbruch führt uns der Weg um eine Biegung und allmählich erkennen wir, was für eine wunderbare Gegend wir durchwandern. Es ist ein weiter halboffener Kesselboden, stetig leicht ansteigend, eine sanfte hügelige Landschaft übergehend in einen steileren Kamm aus mehreren rundlichen Gipfeln. Der Schnee glitzert in der Sonne, alles ist weiss, weich, soweit das Auge reicht, nur rechterhand steht die zerklüftete Wand der Sulzfluh schroff in der Landschaft. Es ist ein überwältigender Anblick.

Die letzte halbe Stunde des Aufstiegs geht mir dann doch ziemlich in die Beine und ich muss mich durchbeissen. Aber schon bald ist der "Chrampf" vergessen. Wir geniessen die Aussicht und stossen Bruschi sei Dank mit einem leckeren Schümli-Amaretto-Kaffee an. Es wird tüchtig gewitzelt, geschwatzt und geknipst (Gruppenfotos).

Die letzten Kilometer auf dem Höhenweg unterhalb der Sulzfluh vorbei und runter zum Rest. Alpenrösli bergen für mich die heutigen Höhepunkte. Glitzerndes Weiss, durchdrungen von gleisendem Sonnenlicht. Ich fühle mich erdverbunden und doch abgehoben. Die Seele jauchtzt bei jedem von Spuren unberührten Abhang, der mit weiten, halb gleitenden Schritten im weichen stiebenden Schnee durcheilt werden kann! Juhuhuu!...

Es gibt allerdings auch jene, die an dieser Stelle ihre Ski's,  gelinde ausgedrückt, vermissen.

Jetzt ist der Bericht bereits sooooo lang und es ist erst 15 Uhr. Allein ein angemessener Beschrieb über das schön gelegene Restaurant Alpenrösli mit seinem interessanten Interieur, seinem gemütlichen Massenlager, seinem gastfreundlichen Personal und dem exquisiten Whirl-Pool würde den Rahmen der Möglichkeiten sprengen. Und weitere Ausführungen zu unserem Programm bis zum Lichterlöschen um 23 Uhr erforderten wohl eine zusätzliche Ausgabe des Stadtturners. Nur soviel: Die letzten Meter im Schnee (zum Whirl-Pool nämlich) sind A-kalt, aber drin ist's "hibbeligiggeli"! Man muss es einfach erleben...

Zum Glück schreibt den morgigen Bericht Nives, ich geh jetzt auf Tauchstation.

Sonntag: Nach einer herrgöttlichen Nacht im Massenlager ruft Bruschi um 8 Uhr zur Tagwache. Dann geht es nach einem reichhaltigen z'Morge wieder auf die Schneeschuhe. Die Schnelleren unter Sepp werden um 9.15 Uhr mit einem anspornenden Wellen-Spalier (oder war es ein Spiessrutenlauf?) von uns auf die Piste geschickt. Für uns Gemütlicheren geht es um 9.30 Uhr los. Fränzi, die Wirtin lässt keinen ohne einen tüchtigen Schluck Bündner Röteli gehen. Wir stossen alle gemeinsam an und dann geht's los Richtung Schollberg. Wir geniessen nochmals den wunderschönen Ausblick auf die Carschinahütte und auf die Sulzfluh. Leider zeigt sich die Sonne heute nicht, so sitzen wir schon bald auf einen Abschiedstrunk im Restaurant in St. Antönien - und kurz darauf im Auto Richtung heimatliche Gefilde.

Theres / Nives

Meistgesehen

Artboard 1