Vor dem Aufeinandertreffen befürchtete man in Biel, dass die Fricktaler aufs Tempo drücken würden, um so ihre Frische auszuspielen. Die Heimmannschaft hatte nämlich bereits ihr zweites Spiel innert vier Tagen zu bestreiten.

Tatsächlich schienen die Platzherren müde Beine zu haben, denn von Beginn an fanden sie kein Rezept gegen die möhliner Verteidigung. Kein Angreifer liess sich freispielen und so versuchten die Bieler ihr Glück im Keisanspiel.

Die Pässe landeten jedoch abermals in den Armen der wachsamen Verteidiger. Da aber auch Möhlin gelassen in die Partie startete, stand es zum Glück der Bieler nach zehn Minuten erst 1:5. Die Gäste schienen haushoch überlegen und spulten ihr offensiv Programm ohne grosse Mühe ab.

Die wenigen bieler Abschlüsse parierte zudem meist Torwart Jelovcan. Mehrere Angreifer scheiterten trotz freier Schussposition vom Sechsmeterkreis am möhliner Torwart. So gelangen den Bieler nur gerade vier Treffer in der ersten Halbzeit und Möhlin nutzte das Unvermögen der Heimmannschaft aus, um den Vorsprung kontinuierlich auszubauen. Nach einem Tor von Patrik Vizes führte der TVM zwischenzeitlich mit zehn Treffern (3:13).

Stürmische Aufholjagd der Seeländer

Vielleicht ging es für die Fricktaler in der ersten Halbzeit ein wenig zu einfach und prompt steigerte sich der HS Biel nun beträchtlich. Manuel Csebits hatte eben erst noch zum 6:15 für Möhlin getroffen (37') doch nur zehn Minuten später stürmte der bieler Flügelspieler Lukas Trummer in einen Tempogegenstoss und verkürzte mit seinem Treffer zum 15:17.

Einerseits hatte Trainer Christoph Kauer offenbar die richtigen Worte gefunden, um seine Spieler in die Gänge zu bringen. Mit zunehmend erfolgreichen Offensivaktionen bekam der HS Biel aber nochmals richtig Rückenwind vom Publikum.

Wie der gefürchtete und schwer vorhersagbare Joran, der abends gerne stürmisch über den Bielersee zieht und schon so manchen Segler in Bedrängnis brachte, peitschten die Zuschauer ihre Handballer voran und halfen so mit, dem TV Möhlin auf die Pelle zu rücken.

Es war ein eindrückliches Beispiel für den Heimvorteil, und zuweilen gar ein Schauspiel, hörte man den Kommentaren einiger Anhänger beider Teams auf den Rängen zu.

Der oben erwähnte Trummer lief in der zweiten Halbzeit zu einem Schaulaufen auf. Er hämmerte einen nach dem anderen Ball in die Maschen der Möhliner, sei es in Gegenstössen oder von seiner Position am rechten Flügel.

Von sechzehn Toren der Seeländer in der zweiten Spielhälfte schoss er alleine satte elf. Die Partie war längst gekippt, denn Möhlin hatte während sieben Minuten kein Tor mehr geschossen. Teilweise in Unterzahl agierend, teilweise an der deutlich erstarkten bieler Defensive scheiternd, sahen sich die Fricktaler plötzlich in Gefahr, die sicher geglaubten zwei Punkte doch noch zu verlieren.

Entscheidung in den Schlussminuten

Die Spannung war zurück im Spiel und mit nur zwei Toren Rückstand und acht verbleibenden Minuten zitterten wohl einige Fricktaler zurecht auf ihren Sitzen. Doch das Team von Trainer Jürgen Brandstaeter zeigte Stärke.

Die Defensive vermochte das Angriffsspiel der Heimmannschaft wieder entscheidend zu stören und auch die Offensive legte die Schockstarre ab. So konnten die Aargauer mit Toren ihrer besten Schützen an diesem Abend, Csebits, Kaiser und Ulmer, den Zweitorvorsprung bis zum Spielende behaupten. Als Florian Wirthlin in der 60. Minuten zum 22:19 traf, war der Sieg endlich gewiss und die Erleichterung sicherlich gross.