Mit dem Bericht zum Planungsleitbild 98 erhalten wir einen äusserst interessanten Blick zurück, wie sich die Stadt Baden in den letzten zwölf Jahren entwickelt hat. Eindrücklich nicht nur das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, sondern auch die damit verbundenen Herausforderungen. Diese bestehen auch darin, das Regionale Zentrum Baden auch zur zukunftsgerichteten Zentrumsstadt Baden auszubauen, wozu am 13. Juni hoffentlich durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit einem Ja zum Zusammenschluss mit Neuenhof der erste Schritt getan wird.

Die Legislatur- und Jahresziele des Stadtrats stossen grösstenteils auf Zustimmung. Dennoch wird ein Legislaturziel zur Umwelt schmerzlich vermisst. Kann sich das eine Stadt, die sich mit dem Label „Energiestadt“ schmückt erlauben?

Das Legislaturziel zum Verkehr nimmt bewusst Mehrverkehr in Kauf. Man braucht kein Prophet zu sein, um festzustellen, dass auf den Badener Strassen - will man die Lebensqualität an der Brugger- und Mellingerstrasse nicht vollends dem Verkehr opfern - kein Platz für zusätzlichen Verkehr sein wird. Will man ein weiteres Wachstum auch in der Innenstadt nicht gefährden, bleibt nur, Mehrverkehr nur noch über den Öffentlichen Verkehr sowie den Langsamverkehr abzuwickeln. Das team baden wird sich für eine entsprechende Anpassung dieses Legislaturziels einsetzen.

Die projektierte Park- + Ride-Anlage im Ruschebach scheint auf den ersten Blick zwar eine Massnahme zur Förderung des Öffentlichen Verkehrs zu sein. Genau hingeschaut erkennt man aber, dass das Gegenteil der Fall ist: Angestellte werden animiert, einen weiten Weg mit dem Auto statt dem Zug zurückzulegen und nur für die letzten Meter den Bus zu nehmen. Es bestürzt, dass kein Konzept hinter einer solchen Massnahme zu erkennen ist. Das team lehnt einen solchen „Etikettenschwindel“ konsequenterweise ab.

Tomislav Kokot