Wir haben sie gehasst, früher im Turnen oder im Training. Am Anfang noch gemächlich, man hatte noch genug Luft, um mit dem Nebenmann zu spassen. Doch dann immer schneller im Takt, bis am Ende schliesslich voll gespurtet wurde.

Die Rede ist von Steigerungsläufen. Die ungeliebte Sportübung steht sinnbildlich für die bisherigen Spiele des TV Solothurn. In allen drei Spielen bis anhin begann der TVS mit einem leichten Joggen. Die Konzentration relativ tief, den Fokus noch nicht wirklich zielgerichtet. Dann allmählich eine Steigerung, meist gegen Mitte der ersten Halbzeit.

Der Erstligist hält anfangs gut mit

Auch im Cup gegen den HC Arbon, seines Zeichens Erstligist und damit mit Heimvorteil, starteten die Solothurner behäbig. Die Deckung wies gleich meterweite Lücken auf und der gegnerische Kreisläufer wähnte sich in paradiesischen Verhältnissen. Immerhin fanden die Gäste im Angriff jeweils das richtige Mittel, um am unterklassigen Cup-Rivalen dran zu bleiben.

Trotzdem rannte die Truppe von Trainer Jürg Lüthi mehr als zehn Minuten einem Rückstand hinterher und vermochte sich auch in den folgenden zehn Minuten nicht entscheidend abzusetzen. Erst gegen Ende der Halbzeit zeigte sich, dass die eine Mannschaft auf dem Platz eine Liga höher spielt als die Andere.

Die 19:14-Führung für den TV Solothurn war am Ende zwar verdient, von Glanz konnte aber keine Rede sein. Wie schon in den ersten Spielen schien der TVS erst nach dem Seitenwechsel voll da zu sein. Beim Steigerungslauf wäre dies die Phase, in der das Reden vorbei ist, man sich langsam auf Atmung und das Laufen konzentriert. Dort teilt sich dann auch zum ersten Mal das Feld, und die Langsameren verlieren nach und nach an Boden.

Umgekehrte Vorzeichen

Im Spiel Arbon gegen Solothurn waren dies die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel, als der TVS mittels schnellen Gegenstössen und zielgerichtetem Angriff auf neun Tore davonzog (41. Minute/17:26). Es war der Moment, wenn man im Lauf erkennt, dass die Distanz zu den Schnellsten nicht mehr aufzuholen ist und man merkt, dass trotz grossem Willen die Kraft nachlässt.

Der HC Arbon steckte nicht auf und war durchaus willens, den Solothurnern auch am Ende der Partie das Leben so schwer wie möglich zu machen. Aber gegen die endschnellen Sprinter aus dem Mittelland war an diesem Abend nichts zu holen. Denn auch gegen Ende liess der TV Solothurn nicht abreissen und siegte am Ende deutlich mit 41:25.

Mit diesem Sieg ziehen die Ambassadoren in die nächste Runde des Schweizer Cups ein. Und im kommenden Spiel werden die Vorzeichen dann umgekehrt sein, denn es geht gegen den aktuellen Leader der NLA. Denn gegen St. Otmar St. Gallen wird Solothurn der Underdog sein, der sich vom Gegner nicht abhängen lassen darf.