Im Appenzellerland gibt es viele Kronen. Nicht sichtbar gekrönte Häupter, sondern angeschriebene Häuser, z.B. in Gais, Gonten, Hundwil, Speicher, Trogen, Urnäsch. Und es gibt den Kronberg, einen wunderbaren Aussichtspunkt, dem Alpstein vorgelagert. Es gibt aber auch einen Hohen Kasten, drehbar, mit atemberaubender Aussicht auf Rheintal, Säntis und Bodensee. Es gibt einen Käse, dessen Geheimnis man partout für sich behalten will. Und es gibt ureigene Appenzeller Getränke: das eine halb Aperitif, halb Digestif, bestehend aus 42 Kräutern und einer guten Portion Geist, das andere gilt als quöllfrischer  Durstlöscher nach der Wanderung und das dritte hört auf den Innerrhoder Begriff (Flick-)flauder, also Schmetterling. Ebenfalls eine schmeckende, erfrischende Wohltat.

Man mag sich gut in den beiden Appenzeller Halbkantonen. Man singt, jodelt, spielt Hackbrett, zeigt sich gerne in bunter Tracht und erzählt Witze, dass sich selbst die Balken vor Lachen biegen. Und man trägt selbstbewusst zur Schau, dass man die Heimat liebt und mit Leib und Seele dazugehört.

Der selben (meteorologischen) Meinung sind sie auch, wenn es um Niederschlagsprognosen geht: Werden - innen wie aussen - die Wiesen braun und riechbar eingefärbt, ist kein Rat von Kachelmanns gefragt: Der Regen steht vor der Tür!

Bereits acht Tage im Appenzellerland können also eine gehörige Horizonterweiterung bewirken. Das haben jedenfalls 31 Teilnehmer der Dowa-Wandergruppe (vorwiegend aus Ennetbaden, Baden und vom Rohrdorferberg kommend) erfahren, die sich Ende Juni 2017 auf eine Wanderwoche eingelassen haben. Logiert haben sie - wie könnte es anders sein - in einer Krone, in Urnäsch, wo sie sich rundum wohlgefühlt haben. Der Witz und der Charme von Hotelchef Walter Höhener und seiner Partnerin Liliane Imhof gehörten zum Haus - und passten ins Land. Sieben reichbefrachtete, gut vorbereitete Tage umspannten jeden Gipfel zwischen dem Sommersberg und der Fähneren im Osten und der Hochalp und dem Hochhamm im Westen. Ein Besuch bei Hackbrettbauer Werner Alder und bei Maya Stieger in der Kulturwerkstatt Herisau war ebenso lehrreich wie unterhaltsam. So wie auch zwei abendliche Ueberraschungen in der Krone  mit dem Saienchörli und der Musikformation Echo vom Saum. Alle, ob Spaziergänger oder routinierte Wanderer, verbrachten eine wundervolle, annähernd regenfreie Zeit in einer eindrücklichen Landschaft, lebten die Geselligkeit, genossen den Appenzeller Humor und die einheimischen Traditionen, erfreuten sich an dieser reizvollen Gegend. Ein grosses Dankeschön allen Teilnehmenden, ein grosses Danke aber auch an Toni Weber und Hampi Höhener für die umfassende Vorbereitung und umsichtige Durchführung der Appenzeller Kultur- und Wanderwoche 2017.