In einem Auswärtsspiel, am 13. September 2014, verloren die Fricktaler das letzte Mal gegen Siggenthal, mit einem ähnlichen Resultat: 29:20 (15:11). Während Siggenthal die Saison 2014/15 auf dem vierten Tabellenplatz abschloss, reichte es dem TV Möhlin damals nur für den zehnten Platz.

Dass sich die Vorzeichen in den vergangenen Jahren geändert hatten, zeigte ein Blick auf die Tabelle vor der Partie vom letzten Samstag. Möhlin lag auf dem dritten und Siggenthal auf dem zwölften Platz.

Karlo Ladan wirft 9 Tore.

Karlo Ladan wirft 9 Tore.

Für Möhlin war ein Sieg also eigentlich Pflicht, doch die Schwierigkeiten der letzten Wochen machten dem Team weiterhin zu schaffen. Wie Zoltan Cordas unter der Woche in einem Interview verlauten liess, sorgen vor allem die verletzt ausfallenden Rückraumspieler Kaiser und Csebits für Sorgenfalten auf des Trainers Stirn.

Kreisanspiel als Lösung

Dass diese Sorge nicht umsonst gewesen war, sollte sich in der Sporthalle Aue auch schon bald zeigen. Aus dem dezimierten möhliner Rückraum resultierte nämlich über die gesamte Partie hinweg zu wenig Zählbares. Florian Wirthlin und Florian Doormann scheiterten wiederholt am Siggentaler Torhüter Aeberhard. Letzterer zeigte eine starke Partie, wies allerdings mit 34% gehaltenen Schüssen nicht unbedingt eine herausragende Quote aus.

Der möhliner Rückraumschütze Patrik Vizes, welcher mehrere Wochen verletzt ausgefallen war und erst seit kurzem wieder mit von der Partie sein kann, lief sichtlich noch nicht in vollem Wettkampfmodus. Die siggenthaler Verteidigung formierte sich zudem meist sehr offensiv, was die Laufwege der Fricktaler erschwerte. Folgerichtig suchte Möhlin oft das Kreisanspiel und die neun Treffer von Karlo Ladan widerspiegeln diese Spielanlage treffend.

Zu wenig druckvolle Angriffe 

Die möhliner Defensive startete ein wenig besser in die Partie als der Angriff. Torhüter Jelovcan wirkte zwar hie und da glücklos, doch von den fünfzehn siggenthaler Toren in der ersten Halbzeit resultierten fünf aus Tempogegenstössen, bei denen die Torhüter generell im Nachteil sind. Die Möhliner haderten auch zunehmend mit dem Schiedsrichterduo, ärgerten sich noch über ein aus ihrer Sicht nicht gepfiffenes Foul, während die Siggenthaler bereits den Gegenangriff lancierten.

Zwei Strafen gegen die Bank des TV Möhlin schon in der ersten Halbzeit belegen den wachsenden Unmut der Gäste. Knackpunkt der Partie war aber sicherlich der zu wenig druckvolle Angriff der Fricktaler, welcher mit nur neunzehn Treffern die Heimmannschaft nicht in Verlegenheit bringen konnte.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Den Möhlinern gelang es schliesslich auch in der zweiten Halbzeit nicht mehr, das Blatt zu wenden. Die knappe Personalsituation hinterliess nun zunehmend Spuren beim Gästeteam. Aufgrund der geringen Anzahl Auswechselspieler auf der Ersatzbank verteilten sich die Lasten auf zu wenige Schultern und dies wirkte sich zunehmend auf das Spiel der Gäste aus. Und als ob das noch nicht gereicht hätte, schied Florian Doormann zur Mitte der zweiten Halbzeit verletzt aus dem Spiel aus.

So konnten die Siggenthaler zum Ende der Partie schon beinahe zum Schaulaufen übergehen, waren sie doch über die gesamte Spieldauer gesehen die bessere Mannschaft gewesen. Für den TV Möhlin bleibt wohl nur, diese enttäuschende Partie abzuhaken und den Blick auf das bevorstehende Heimspiel gegen den Lokalrivalen, den TV Birsfelden, zu richten.