Das Wetter am Morgen des 7. Mai hätte nicht besser sein können und so begannen wir mit einem vollbesetzten Doppelstock-Car frohgelaunt unsere diesjährige Frühjahresausfahrt. Unser Reiseziel war der «Schwarzsee» in den Freiburger Voralpen. Die Fahrt führte uns vorerst auf der Autobahn in Richtung Bern, wo wir bei der Raststätte Grauholz einen kurzen Halt machten. Anschliessend ging es weiter in den Kanton Freiburg, durch den Sensebezirk direkt am vielzitierten «Röschtigraben» der Sprachgrenze zwischen deutsch und welsch vorbei, nach dem eher unbekannten Ort Rechthalten, wo es erst einmal den wohlverdienten Kaffee mit Gipfeli gab.  

Rechthalten ist das kleine Dorf, wo uns Lotti Riniker hinführte, nämlich zum Strohatelier «SwissStroh Art», dem noch einzigen Strohverarbeitenden Atelier in der Schweiz. Hier in diesem kleinen Atelier mit Verkaufsladen wurden wir von Frau Mülhauser und ihren 2 Mitarbeiterinnen herzlich begrüsst. Das Strohatelier Sense-Oberland  befindet sich im höchstgelegenen Dorf im Sensebezirk. Der Kanton Freiburg war seinerzeit neben dem Aargau eine der ganz grossen Strohverarbeitungsgegenden der Schweiz. Im Jahre 1988 wurde die Genossenschaft Strohatelier Sense-Oberland gegründet. Drei Frauen stellen heute im Strohatelier in Teilzeitarbeit vor allem Trachtenhüte für alle Regionen der Schweiz her. Es werden aber nicht nur neue Hüte verkauft, sondern auch alte aufgefrischt und restauriert. Seit einiger Zeit werden auch Mode-hüte, Tischsets, Schmuck und übrige Geschenkartikel aller Art aus Stroh hergestellt. Das wertvolle Kulturgut der Strohverarbeitung wird somit weiter gepflegt.                                                                                               

Nach diesem interessanten Zwischenhalt mit viel handwerklicher Kleinkunst führte die Fahrt uns weiter über das in schönster Frühlingspracht gelegene, hügelige Voralpengebiet  von Plaffeien, Zollhaus und hinauf zum Schwarzsee, zu unserem Tagesziel und Mittagshalt. Von der Natur reich mit Schönheit gesegnet, liegt «Schwarzsee» auf 1047 m.ü.M. eingebettet zwischen eindrücklichen Bergen und einem idyllischen Bergsee. Das feine Mittagessen im Hotel Bad, die frische Luft und das schöne Wetter ladete manche Teilnehmer noch zu einem kleinen Spaziergang zum nahe gelegenen See ein.                                                                                                                                                                          

Nun aber stand uns noch eine Passfahrt bevor. Das Gantrischgebiet, vielen von uns eine weitgehend unbekannte Gegend. Die Fahrt führte hinunter ins Tal nach Zollhaus, dann Richtung Sangernboden – Schwefelbergbad und hinauf zur «Gurnigel Passhöhe» 1594m.ü.M, von wo aus wir die wunderbare Aussicht genies-sen konnten bis hinunter ins untere Aaretal, den Thunersee und natürlich die Sicht auf die Berneralpen mit den bekannten Gipfeln wie Eiger, Mönch und Jungfrau usw. Beim alten Hotel Gurnigelbad machten wir noch einen letzten Zwischenhalt. Wer wusste das schon? Dass, das «Gurnigelbad» (Höhe 1155 m.ü.M.) im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eines der grössten und bekanntesten Kurhotels der Schweiz war. Das Wasser dreier stark schwefel- und eisenhaltiger Quellen galt als heilend und wurde teilweise getrunken, und natürlich wurde darin auch gebadet. «Das Wasser am Gurnigel ist zu vielem Nutz» Dieser Werbespruch war am Bahnhof Bern im letzten Jahrhundert zu lesen. Die vielen besonders im Kanton Bern bekannten Bäder wie eben Gurnigelbad, Schwefelbergbad und viele andere bekannte Namen stammen noch aus der Zeit Gotthelfs und wurden schon damals von den wohlhabenden Städter aus Freiburg und Bern aber auch von den reicheren Bauern aus dem Emmental und der Umgebung benutzt.

Die Heimfahrt führte uns über Riggisberg, Belp, Krauchthal und der Autobahn wieder zurück an unsere Ausgangspunkte. Es war ein Tag mit vielen schönen Erlebnissen und einer guten Stimmung.    Vielen Dank an Lotti und Ernst für die guten Vorbereitungsarbeiten. (rchi)

Strohatelier Rechtlalten:        http://www.strohatelier.ch/8303.html  

Gurnigelbad Geschichte:       http://www.gurnigelbad.ch/Seite%201.htm