MTV Baden

Männerturnvereine Vom Stein und MTV, Winterwanderung

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Wenn die Wetterfee im Fernseher am Vorabend Superlative gebraucht hat, dann machen sich die Männerturner der Vereine Vom Stein und MTV auf den Weg in den nahen Schwarzwald, um diesem miserablen Winter doch noch eine Winterwanderung im Schnee abzuringen. Der umtriebige Tourismus-Direktor von Höchenschwand heisst dann die Turnerschar willkommen und braucht nicht weniger Superlative, als die Wetterfee am Vorabend. Der einheimische Wanderleiter daneben könnte einer von uns sein, wäre da nicht die rote Naturpark-Jacke und das braungebrannte Gesicht… ein echter Höchenschwander eben. Er attestiert uns gutes Schuhwerk, was ihn sympathisch macht, aber auch erahnen lässt, dass er etwas vorhabe mit uns. Er führt uns westwärts aus der Siedlung hinaus, lässt den Schwarzwald hinter uns liegen und stapft voraus in das weite Hochplateau, eben die Schwand, hinein. Vor der Loipenstube hocken schon ausgelaugte Sportler und haben von den schmalen Latten bereits zum Jausen-Brett mit Schwarzwald-Schinken gewechselt. Auf der Loipe herrschen Bedingungen wie in Sotschi, nicht wegen der Betriebsamkeit, aber wegen der Schneebeschaffenheit. In der nahen Kapelle brennen einige Kerzen, welche wohl schon diesen Vormittag von dankbaren Heilklima-Kurgästen angezündet worden sind. Nun verlassen wir die ausgetretenen Pfade auf der Hochebene und wechseln zur Schneemeile, wo unser gewürdigtes Schuhwerk voll zum Einsatz kommen soll. Man wähnt sich wie vom Weg abgekommene Pilger, welche unterwegs zum nahen Kloster von St. Blasien wären. Einige spähen auch verzweifelt in die Tiefe, um die mächtige Kuppel der Basilika in den Tannen endlich auszumachen. Dort wo die Hochebene sich dann sanft der Schweiz zu neigt, suchen wir den Horizont nach dem Alpenpanorama ab, aber der Dunst verweigert heute dieses Spektakel. Ausgerechnet jetzt kein Föhn in diesem Föhnwinter, mag manch einer gedacht haben und wir kehren der Schweiz den Rücken, der hiesigen Gastronomie entgegen. Recht essen sei eben auch wichtig, meint der Höchenschwander noch und entlässt uns in die Schenke, zu den freundlichen Frauen mit den grünen Röcken. Die lieblichen Zahlen hinter den Köstlichkeiten auf der Speisekarte verleiten Manchen vom Reh, von den Pilzen und von den Spätzlen servieren zu lassen und den Eurokurs zu vergessen. Vor dem Fenster arbeitet unermüdlich die Nachmittagssonne und versucht, die Gartenwirtschaft für die Frühlingsgäste vom Schnee frei zu schmelzen, bis die Gesellschaft drinnen ungeduldig wird und stracks südwärts zieht, um siebenhundert Meter weiter unten den Vorfrühling wieder zu umarmen.

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