Wenn der Männerturnverein Baden (MTV Baden) eine Reise in das Klettgau vornimmt, dann hat das seine Gründe: Der Kassier hat seine Wurzeln dort und feiert ein Jubiläum oder wir sind generell dort auch im Wiederholungsfall gern gesehene Gäste. So mischen sich denn an einem Freitagmorgen 20 MTVler unter den Pendlerstrom Richtung Waldshut und dort unter die Geschäftsreisenden Richtung Ulm, um schon nach zwei Stationen den dieselgetriebenen Roten Pfeil zugunsten eines gemächlichen Pferdefuhrwerks zu verlassen. So war man endlich unter Seinesgleichen und man konnte sich beschaulich durch das Klettgau ziehen lassen, von der Konkurrenz zwischen Wilchingen und Trasadingen bezüglich Kiltgang erfahren und nach den Reben Ausschau halten, welche eben im Familienbesitz des Kassiers liegen. Die lieben Schimmel haben allesamt Namen von Rebensorten und scheuten es auch nicht, einen Anstieg zum Kirchlein von Hallau zu nehmen, damit wir den Blick über die Ebene schweifen lassen konnten, wo nach der letzten Eiszeit der Rhein seine ruhigen Windungen zog, bevor er sich für die wildere Variante in Neuhausen entschlossen hatte.

Im tiefen Keller der lieben Familie mit Kutschenbetrieb, Weinbau und Gastronomie sassen wir denn, nicht auf einem Fass voll Reben, aber auf sorgsamen Stühlen und an festlicher Tafel und waren festen Mutes und liessen uns vom Allerbesten geben… Schimmel kommen schwarz auf die Welt und auf hundert Pferdegeburten sind das nur zwei, so lernten wir... und ob im Militär Betten auf dem Rücken getragen werden mussten, so folgten wir einer Kontroverse… und was in diesem Kanton im Wappen, und nicht nur im Wappen, zu sehen sei… und schlussendlich kauften wir der Köchin Würste ab, um diese als Faustpfand in den Aargau zurück zubringen. Ansprachen und Ordnungsanträge folgten sich noch, bis sich die Gesellschaft in das Kutschenmuseum zurückzog, wo Gewohnheiten der feinen Gesellschaft im vergangenen Jahrhundert sich unserer Sinne bemächtigten. Da war auch die Geschichte einer sündig frühmorgendlichen Kutschenfahrt mit Eisenbereifung auf dem Schaffhauser Altstadt-Kopfsteinpflaster…

Schoggi-Mousse, Meringues und Kaffee avec holten die Turnfreunde in die Realität zurück und spaltete diese sogleich in drei ungleiche Fragmente, welche auf getrennten Wegen, in den verbleibenden eineinhalb Stunden, den Ausgangspunkt der Expedition in das Klettgau zu erreichen gedachten und dies auch prompt vollbrachten!