Schokoladenfabrik Frey in Buchs und Stadtführung in Aarau

Männerturner planen zuweilen Ausflüge mit Hintergedanken… nicht in Militärmuseen, nicht in Bierbrauereien… nein, dafür in Schokoladefabriken. Da muss doch eine versteckte Botschaft dahinter stecken, nämlich, der lieben Partnerin für einmal den Alltag zu versüssen, so quasi als Vergeltung für vergangene traute Feierabende an Turn-Donnerstagen. Bei fast der Hälfte der Teilnehmenden haben die Partnerinnen diesen Wink erkannt und sind mitgekommen. „Die Schokolade sei die Entschuldigung des lieben Gottes für den Broccoli“ nehmen wir gerne zu Beginn des Rundgangs zur Kenntnis, aber wenn man dem Broccoli dieselbe Hingabe zur Verfeinerung, wie der Kakaobohne, zuwenden würde, dann wüsste ich nicht… Jedenfalls sind sie recht schnell audiovisuell zum interaktiven Bereich vorgedrungen, was in einer Schoggifabrik eben der Stimulation der Geschmacksempfindungen entspricht und dafür war ein Förderband mit Proben bereit. Eingefleischte Badener Männerturner kennen das von der Sushi-Bar im Bahnhof-Areal und hier liess es sich gut verweilen. „Neun von zehn Menschen lieben Schokolade, sagt man und der Zehnte lügt, sagt man obendrein“. Eine Computerstation ermittelt nebenbei, welchen Schoko-Typ man sei, und wir können uns rühmen, im MTV den meist ausgeglichenen Schoko-Typ unter uns zu haben, nämlich der Hans Heim. Er liegt zwischen Neugier und Stilvoll, zwischen Schlemmer und Gourmet genau in der Mitte… Gratulation. Aber dann sind alle neugierig auf das Mittagessen und im stilvollen Lokal schlemmen sie als Gourmets in den Nachmittag hinüber, schliesslich wartet noch eine Führung in der Kantonshauptstadt auf sie und dies kann nicht nur mit Schoggi im Bauch erfolgen.

Die liebe Frau Weber vom Aarau Tourismus nimmt uns im Graben, mittlerweile allerdings ebenerdig aufgefüllt, auf die Zeitreise zurück zu den Habs- und Kyburgern mit. Der Fischli-Brunnen plätschert gerade daneben… weiss das der Ruedi Fischli, dass er in Aarau einen Brunnen hat? Dafür wissen wir, was es mit dem Bachfischet auf sich hat, die Markthalle eigentlich schön sei, die Dachhimmel von den Bernern kommen, steinreich von Steinhaus komme, Aar-Au auch etwas mit dem Adler im Wappen zu tun habe und der Balkon am Stadthaus, obwohl Tragkraft max. sechs Personen, der Ausrufung der Demokratie in der Helvetik gedient habe. Im nur mit Schlüssel zugänglichen Eh-Graben lernen wir von Entsorgung, Feuerschutz und Hygiene der frühen Aarauer und wir sind wieder ein wenig stolz, Badener zu sein, mit unserem munteren Stadtbach vom Dättwiler-Weiher her…

Im freitäglichen Treiben beim oberen Tor grüsst tief verneigend ein stummer Gaukler das gute Dutzend aus dem Ostaargau. Vorbei am Aff, früher Beiz und heute Buchhandlung, was Rekrutenerinnerungen weckt und den kürzesten Weg zum Zimmerverlesen in der Kaserne memorisieren lässt, hinüber zur üppig ausstaffierten Zurlinden-Villa. Dies ist ein Muss für Turner, ob sie dem einlogierten Verband nun angehören oder nicht und die Mitarbeiter sind eh auf dem Betriebsausflug, was unserer staunenden Präsenz kein Abbruch tut. Und dann noch dies, der Zurlinden war kein Turner und somit auch nicht im Verband…

Die Aarauerstube mit seinem schattigen Garten eignet sich überdies vortrefflich für den Ausklang eines so feinen und gepflegten Sommerausflugs. Helen und Erwin Gysel… herzlichen Dank für die Organisations- und Koordinationsarbeit.