Wie jedes Jahr heisst es auch in diesem Herbst wieder: Bevor die neuen Mieter kommen, muss gereinigt, geflickt und statistisch erhoben werden. Dies gilt auch für die Nistkästen.

Der Natur- und Vogelschutzverein Unterentfelden hat zum grossen Reinemachen der Nistkästen aufgerufen und die Kinder kommen in Scharen. Lis Friedl und Gabi Fierz verabschieden die begleitenden Eltern und beginnen die Putztour mit 17 interessierten Kindern. Der erste Kasten wird als Einführung ins Nachmittagsprogramm gemeinsam gereinigt, bevor die Kinder auf zwei Gruppen aufgeteilt werden. Jede Gruppe erhält ihr Werkzeug: Eine lange Stange mit aufgesetzter Metallspitze zum Herabnehmen der Nistkästen, eine Flachzange zum Öffnen des Deckels, ein Spachtel zum Reinigen der Behausung, ein Handbesen für die Nachbesserung sowie Schreibzeug und Papier für das Administrative. Die Kinder können es kaum erwarten, bis sie selber Hand anlegen dürfen. Voller Stolz und jedes Kind mit einer Aufgabe betraut suchen sie den ersten Kasten auf, den sie reinigen müssen.

Wie es sich für Gäste gehört, die in ein fremdes Haus eintreten, wird vor dem Herabnehmen des Kastens angeklopft. So merkt man, ob das Häuschen allenfalls von Wespen besetzt ist. Vorsichtig wird der Nistkasten vom Ast heruntergenommen und in der Mitte der Kinderschar auf dem Boden platziert. Dann kommt der spannende Moment: War der Kasten überhaupt von jemandem besetzt? Wer war der Mieter? Gab es Nachmieter, die hier ein schützendes Plätzchen gefunden haben? Eine Haselmaus oder ein Siebenschläfer?

Was die Kinder vorfinden, ist in diesem Jahr nicht ganz so spektakulär. Meist sind es kunstvoll gefertigte Nester, oder man findet ein Gelege, das von den Eltern verlassen wurde, weil diesen vielleicht etwas zugestossen ist. Gabi und Lis erklären geduldig und mit viel Fachwissen, welcher Vogel das Nest gebaut hat und warum dies so ist. Das Nistmaterial und die -bauweise verraten nämlich viel über die Vogelart. Als Zusatzinformation zeigen sie jeweils noch ein Bild des entsprechenden Vogels. Nach dem Entfernen des Nestes wird der gereinigte Kasten wieder aufgehängt. Natürlich muss über alles Buch geführt werden; dies wird von einem Kind gemacht, das bereits schreiben kann.

Nach getaner Arbeit gibt es beim Jägerunterstand ein Wiedersehen mit den Eltern. Bei einem einfachen Zvieri erfahren diese alles, was die Kinder gesehen und erlebt haben.

Auch im nächsten Jahr können sich (natur-)interessierte Kinder wieder für die Ende Oktober stattfindende Nistkastenputzete anmelden.