Basketball NLA

Schlüsselspiel um Playoff-Qualifikation – Starwings treffen auf den Aufsteiger Pully Lausanne

Tony Brown – Cupsieg 2010.

Tony Brown – Cupsieg 2010.

Nach einem zweiwöchigen Meisterschafts-Unterbruch beginnen die „englischen Wochen“ im Schweizer Basketball. Das Birstaler Kombinat muss, sofern es Platz 8 (Playoffs) schaffen möchte, den Vergleich gegen das Fusionsteam aus Pully und Lausanne gewinnen.

Der hauchdünne 63:62-Auswärtserfolg vor 14 Tagen beim „richtigen“ Aufsteiger Vevey hat die Hoffnungen erhalten, dass die Unterbaselbieter weiterhin im Rennen um Platz 8, nach der 22 Run­den langen Qualifikationsphase, verbleiben.

Doch die nächste Hürde steht, nach einer zweiwöchi­gen Pause (in welcher die Schweizer Nationalmannschaft ihr Aus­scheidungsspiel zur Europameis­terschaft ehrenvoll mit 68:83 in Mazedonien verloren hat), bereits an – und ist delikat und sportlich höher als die Aufgabe gegen die Viviser.

Tyran de Lattibeaudière.

Tyran de Lattibeaudière.

Denn Pully Lausanne ist das „neuste Produkt“ im nationalen Basketball. Der Traditionsver­ein Lau­sanne, vor zwei Jahren wieder in die Nationalliga A aufgestiegen, hätte alleine nicht mehr weiter­gemacht. Pully, der Serienmeister der 90er-Jahre und einst in eigener Halle un­schlagbar, wagte die Promotion in die höchste Spielklasse auch nicht, obwohl der Vorort-Klub sportlich aufgestiegen war.

Die Quintessenz war, dass sich die beiden Rivalen, die sich lange Zeit nicht mochten und in ihrer Vereinsphilosophie sehr unterschiedlich sind, im Sommer 2017 zusammenschlossen. Und tragen nun den Zusatznamen „Foxes“ - ihre Fusion der beiden Fanionteams soll „schlau, wie es ein Fuchs ist“ repräsentieren.

So unkten die Media in der Romandie. Die Folge war aber, dass der morgige Rivale der „Wings“ über ein Budget von 600'000 Franken verfügt – in etwa das Doppelte als die Starwings, die mit Luzern die Finanzrangliste von hinten anführen. 

Der unverwüstliche (ex-)Captain

Und die Waadtländer leben von einem ausserordentlich starken ausländischen Profi-Quar­tett, aus dem ein Akteur eine besondere Beziehung zu den Starwings hat. Denn Tony Brown (37) war wäh­rend zweier Spielzeiten der Captain des Arlesheimer-Birsfelder Kombi­nats – und stemmte am 10. April 2010 den Pokal, nach dem gewonnenen Cupfinal gegen Vacallo, in die Höhe.

Er ist sieben Jahre später weiterhin top – gerade gestern Freitagabend, bei der knappen 79:86-Aus­wärtsniederlage in Neuchâtel gegen Union, er­zielte Brown (der als Teamcaptain fungiert), bei superben Wurfquoten, sagenhafte 21 Punkte.

Tyran de Lattibeaudière.

Tyran de Lattibeaudière.

Der zweite Pluspunkt bei Pully Lausanne heisst Ty­ran De Lattibeaudière, ist Ja­maikaner, 26 Jahre alt, 196 cm gross und kann in der Schweiz fast jede Position (ausser Center) spielen – und entzückte in der letzten Saison in Granada bis zu 6000 Zuschauer. Das war die Resonanz in den Playoff-Spielen, als der Traditionsklub aus Andalusien ver­suchte, wieder in die höchste Division zurück zu kehren.

Dass es nicht ganz reichte, lag nicht am „fly­ing man“ aus Jamaika. Und viele Kenner des spanischen Basketballes fragen sich, warum so ein Mann in die Drittklassigkeit gewechselt hat…

Wollen die Starwings siegen, um mit dem Rivalen punktemässig gleich zu ziehen, werden sie das Duo Brown/De Lattibeaudière nicht ausschalten, aber zumindest reduzieren müs­sen. Etwas, das den wenigsten Rivalen bis dato gelungen ist.

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