Auf Einladung der SP Gränichen führte der Aargauer Nationalrat Max Chopard-Acklin seine „Berner Suppe“ zusammen mit der Luzerner Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo in Gränichen durch. Das Publikum hörte interessiert zu, was die beiden SP-Politiker aus dem Sessionsgeschehen in Bundesbern zu berichten hatten.

SP-Ortsparteipräsident André Muhmenthaler begrüsste vor der Mehrzweckhalle die Anwesenden auf den voll besetzten Festbänken unter freiem Himmel. Rund 70 Vorlagen wurden in der Sommersession des Nationalrates behandelt. Das führte auch an dieser Berner Suppe zu einem bunten Themenmix. „Innovation ist eine wichtige Sache und Impulsgeber für neue Arbeitsplätze“ sagte Max Chopard, als er vom Projekt eines nationalen Innovationsparks berichtete. Der Innovationspark soll unter Zusammenarbeit der Standortkantone, der Privatwirtschaft und der Hochschulen realisiert werden. Forscher und Firmen sollen näher zusammenrücken. Der Bund unterstützt dies mit einem Rahmenkredit von 350 Millionen Franken für Bürgschaften und mit der Abgabe von Bauland im Baurecht beim Militärflugplatzes Dübendorf. Auch der aargauische Hightechpark „InnovAARE“ soll Teil im Netzwerk des nationalen Innovationsparkes werden.

Auch die aktuelle Frankenstärke war in der Sommersession ein Thema. In Sorge um den Werkplatz Schweiz und Aargau machte Max Chopard dazu eine Eingabe in der Fragestunde: „Wie gedenkt der Bundesrat unter Miteinbezug der Sozialpartner der drohenden Deindustrialisierung entgegenzuwirken?“ wollte er vom zuständigen Bundesrat Schneider Ammann wissen. Dieser bestätigte die schwierige Situation und versicherte, er würde sich regelmässig zur Lagebeurteilung mit der Spitze der schweizerischen Nationalbank treffen. Gemäss Chopard bräuchte es jetzt aber konkrete Massnahmen wie: Einen neuen Mindestkurs von mindestens CHF 1.10, um die Auslagerung von Arbeitsplätzen zu bremsen. Eine Stärkung des dualen Bildungssystems, um den Fachkräftemangel zu verringern. Weiter seien anstehende Investitionen in die Energiewende und den öffentlichen Verkehr vorzuziehen. Das verbessere die Auftragslage und sichere Beschäftigung. Zudem müsse das Verhältnis zu Europa geklärt werden, dass bringe Investitionssicherheit. Sollte es die nächsten Monate nicht in diese Richtung vorrangehen, sei in der Industrie mit Stellenabbau und Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland im gröberen Umfang zu rechnen, befürchtet Chopard. Es bestehe die Gefahr einer Deindustralisierung. „Denn einmal ausgelagerte Arbeitsplätze kommen erfahrungsgemäss kaum mehr zurück.“

Prisca Birrer-Heimo kam als Stiftungsratspräsidentin des Konsumentenschutzes auf das im Rat behandelte Widerrufsrecht beim Telefonverkauf zu sprechen. Wer Waren per Telefon bestellt, soll neu ein Widerrufsrecht von 14 Tagen haben. „Es gab ein mehrmaliges Hin- und Her“ berichtete Birrer-Heimo. Mal war auch der Onlinehandel drin, dann wieder draussen. Dann waren die 14 Tage Widerrufsrecht gefestigt, dafür wurde der Konsumentenschutz beim Leasing wieder verschlechtert. „Der Konsumentenschutz hat einen steinigen Weg in der Schweizerischen Politik“ bilanzierte Birrer-Heimo. Weitere Themen an der Berner Suppe waren unter anderem die Staatsrechnung und die Vorlage zur „Grünen Wirtschaft“. Zum Ausklang wurde eine Gemüsesuppe serviert.