In der Podiumsdiskussion der anderen Art zur Managed Care Vorlage wurden gleich zu Beginn alle Anwesenden in die Diskussion miteinbezogen. Der Podiumsleiter Erich Obrist führte in der Sache klar aber mit einer Prise Humor in die Managed Care Vorlage ein. In der Fortsetzung des eisbrechenden Einstiegs und der geschickten Leitung hielten sich Fragen und Gedanken aus dem Publikum die Waage mit Antworten und Voten der beiden kompetenten Podiumsteilnehmerinnen.  FDP Grossrätin Martina Sigg argumentierte mit den Vorteilen von medizinischen Netzwerken und der Qualitätssteigerung in der medizinschen Grundversorgung. Die Beispiele aus ihrem beruflichen Alltag als Apothekerin unterstrichen die Aussagen und ihre Pro-Argumente glaubhaft. Auf der anderen Seite setzte sich SP Nationalrätin Jacqueline Fehr für die Ablehnung der verwässerten Vorlage ein. Als Mitglied der Kommission Soziale Sicherheit und Gesundheit war Jacqueline Fehr in der Ausarbeitung des neuen Gesetzes direkt mitbeteiligt. Sie zeigte klar auf, wie sich wirtschaftliche Interessen von Krankenkassen und Spezialärzten, zuungunsten zentraler Anliegen in der Gesundheitsversorgung durchsetzen konnten. Die Nationalrätin stellt auch die optimistischen kalkulierten  Kosteneinsparungen des Bundesrates in Frage. Sie versicherte, dass bei einer Ablehnung der Managed Care Vorlage auch gute Inhalte, wie der verfeinerte Risikoausgleich zwischen den Kassen mit einem Beschluss auf das bestehende, funktionierende Modell umgesetzt werden können. Das Niveau der Diskussion zeichnete sich durch differenzierte Statements ab So hörte man Schlagworte wie „Freiheitsberaubung“, „Zweiklassenmedizin“ während dem ganzen, von der SP Baden organisiertem Anlass nicht. Die Teilnehmenden konnten sich für den 17. Juni in der ausgewogenen politischen Diskussion ein geschärftes Bild für die komplexe Abstimmungsvorlage machen.

Andrea Arezina