glp Baden: Zur Einwohnerratssitzung vom 4. September 2012

Prophetische Fähigkeiten braucht es keine um vorauszusehen, dass der Einwohnerrat Einsparungen in verschiedenen Abrechnungen gutheissen wird. Die eine betrifft die nicht erstellte Tempo-30-Zone auf der Kantonsstrasse in Münzlishausen und anderswo den Verzicht auf gewisse Schwellen und Steine. Ein Drittel (90‘000 CHF) wird eingespart und auf die hohe Kante gelegt. - Ausgrabungen, die im Badenfahrtjahr vor 45 Jahren gemacht wurden, werden jetzt erst administrativ begraben. Unterbrechungen und Fehlentscheidungen, Mehrkosten in der Bearbeitung oder die gescheiterte Dissertation müssten trotz der Minderkosten kritisch bewertet werden. Es bleibt viel Ungereimtes im Raum stehen. Trotzdem wird die glp der Abrechnung zustimmen. - Die Wiesenstrasse 30: Ein trojanisches Pferd und zugleich ein gutes Beispiel, wie viel unter Schutz gestellte Liegenschaften kosten können. Die ABB verzichtet auf eine Liegenschaft, die dringend saniert werden und auch denkmalpflegerische Ansprüchen genügen muss. 1,6 Millionen Gesamtsanierung und jährlich 134 Tausend Franken Folgekosten stehen an. Anscheinend ist dies ein Geschenk ohne Rückgaberecht. Der Einwohnerrat soll diese gewaltigen Kosten dem Steuerzahler zumuten. Oder kann er gegen diese Klassifizierung Einspruch erheben und damit einen Beschluss über den Baukredit aufschieben? Denn ein Augenschein lässt das Badener Herz nicht höher schlagen. Und nur weil einst bekanntere Personen dort logierten, ist das Objekt nicht attraktiver. Jedenfalls lässt sich für alle Betroffenen der vorgesehenen BNO, insbesondere des Ensembleschutzes, erahnen, wie teuer eine Klassifizierung „schützenswert“  zu stehen kommt und welche gestalterischen Massnahmen einzuhalten sind. Sei es die Baute selbst oder Grünflächen mit intensiven Unterhaltskosten (vgl. Ochsengarten in den Bädern). Die Wiesenstrasse 30 wird für die Diskussionen über die BNO ein wertvolles Beispiel liefern. – Auch das Historische Museum hat Gelüste. Über CHF 200‘000 soll eine Sonderausstellung über den Friedenskongress in Baden 1714 kosten. Fast die Hälfte des Budgets (CHF 85‘000) sind Logistik- und Marketingkosten und auf CHF 27‘000 ist der Bezug von (Neu-)Drucken (inkl. Nebenkosten) vom Centraal Museum in Utrecht (NL) beziffert. In Anbetracht der baulichen Verhältnisse im Melonenschnitz, die kaum lichtempfindliche Exponate zulassen, wie Dokumente, Bilder, Textilien, ist es schwer nachvollziehbar, was inhaltlich geboten werden soll. Geld auszugeben für Installationen und eine volksnahe Annäherung in der Innenstadt, wo das Leben des Kongresses stattfand, sind eher geeignet, Baden ins Gespräch zu bringen. Die Vorlage ist neu zu überdenken. (IW)