Brenden-Staufen und zurück, Wiederholung, weil so gut!

 Winterwanderung… Kopieren/Einfügen… was am Computer gang und gäbe ist, lässt sich auch für Ausflüge von Männerturnern anwenden. Was dabei herauskommt ist aber, im Unterschied zum Dokument am Computer, etwas ganz Anderes und im Vergleich zum Vorjahr komplett neu aufgelegt. Die schneebedeckten Wiesen und Wälder zeigen sich erst kurz vor Brenden auf etwa 1000 Metern Höhe, gerade recht am Ausgangspunkt des gemütlichen Spaziergangs, vorerst auf aperen Wegen. Die hoch geschnittenen Getreidehalme auf den Feldern ragen weit aus der dünnen Schneedecke heraus und bilden einen bizarren Kontrast zu den dunklen Tannen des Hotzenwaldes. Das obligatorische Gruppenfoto vor der Waldkappelle hätte man sich eigentlich sparen können und dafür dasjenige vom Vorjahr hervorkramen, aber findige Köpfe würden sicher herausfinden, dass da eine unterschiedlich erlesene Gruppe unterwegs war und etwas kleiner obendrein. Schwarzwald ist nicht nur spazieren, Schwarzwald ist auch Holzbewirtschaftung und da schauten wir gerne genau hin, auch von der Gefährlichkeit der Arbeit mussten wir uns einiges anhören.

Der Weiler Staufen döst wie immer im Mittagsschlaf, aber im Gasthof Hirschen drinnen döst niemand. Da ist für die dreizehnköpfige Gesellschaft eine ordentliche Tafel vorbereitet worden und in der Küche köchelt schon das Ragout, die Spätzle, das Rotkraut und der Federkohl. Letzteres ist den Schweizern als Wirz bekannt und was man kennt, das isst man auch gerne gründlich auf. Die Forstarbeiter und der Kaminfeger essen auch in diesem Gasthof, Holzfällersteak die Einen und Rauchwürstli die Anderen. Die Zeche zu begleichen macht Schweizern im Schwarzwald heutzutage eigentlich Freude und sie würden es auch flugs erledigen, wenn sie nur könnten… diesen Satz habe ich kopiert und eingefügt vom letzten Jahr, weil es noch genauso war. Beim Abschied hat die Wirtin uns schon etwas wie Stammgäste entlassen und ich glaubte, in ihren Augenwinkeln so etwas wie Kopieren/Einfügen entdeckt zu haben.

Den Weg zurück haben wir mit hochgeschlagenem Jackenkragen genommen, weil sich eine Hotzenwald-Bise eingestellt hat, welche einen Wetterumschwung für das bevorstehende Wochenende ankündigt. Die Schneefelder glänzen im Gegenlicht der tiefliegenden Sonne und im Wald durchdringt sie die Wipfel und lässt die bemoosten Äste in hellem Grün aufleuchten. Am Horizont joggen Feierabendsportler über das weite Feld vor Brenden, letztes Jahr waren es halt Langläufer auf der Loipe.

Der Weg zurück nach Baden führt vorerst über den Rücken zwischen den beiden Gewässern Schwarza und Mettma und dort unten nach den zwei Serpentinen, fliessen sie zusammen und purzeln dorthin, wo der Frühling wartet… es fehlt eigentlich nur noch der spriessende Bärlauch.