Nachruf auf Walter K.

Absturzopfer vom Birrfeld sagte einst: «Es wird immer Unfälle geben»

In einem Nachruf würdigen Freunde und Fliegerkollegen des verstorbenen Walter K. den abgestürzten Piloten.

In einem Nachruf würdigen Freunde und Fliegerkollegen des verstorbenen Walter K. den abgestürzten Piloten.

In einem Nachruf würdigen Freunde und Fliegerkollegen des verstorbenen Walter K. den abgestürzten Piloten. Dieser hatte früher selber Bahnunfälle untersucht und gesagt: «Ich bin der Meinung, dass es immer Unfälle geben wird. Keine menschliche Tätigkeit ist fehlerfrei.»

«Am 14. Mai 2019 um ca. 17:15 startete unser Freund und Mitglied Walti zu seinem letzten Flug mit seiner Alfa HB-207 ab dem Birrfeld. Aus bis jetzt noch unbekannten Gründen stürzte das Flugzeug kurz nach dem Start ab und brannte vollständig aus.» So beginnt der kurze Nachruf auf der Website des Vereins Experimental Aviation of Switzerland (EAS), bei dem Walter K. († 66) Mitglied und Rechnungsrevisor war.

«Wir vermissen dich, Walti, und wünschen der Familie viel Kraft», schreiben seine Freund und Flugkollegen. In der Würdigung heisst es, der Verein verliere mit dem Tod des Piloten «nicht nur den engagierten EAS Birrfeld Werkstatt Chef und EAS Mitglied, sondern einen aufgestellten, stets hilfsbereiten und technisch versierten EAS Freund».

Flugzeugabsturz Birrfeld: Das Wrack wird geborgen (14.5.2019)

Flugzeugabsturz Birrfeld: Das Wrack wird geborgen (14.5.2019)

Vermutungen zur Absturzursache

Beim nächsten Treff im Birrfeld, der laut Website am 3. Juni stattfindet, wollen die Flugzeug-Eigenbauer dem verstorbenen Kollegen gedenken. Neben der Trauer über den Verlust von Walter K. dürfte dann auch die Unfallursache ein Gesprächsthema sein.

«Ein guter Freund und Kollege»: Werner Maag über den verunglückten Piloten

«Ein guter Freund und Kollege»: Werner Maag über den verunglückten Piloten

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs auf dem Birrfeld ist am Dienstagabend der 66-jährige Walter K. aus Niederweningen ums Leben gekommen. Werner Maag, Präsident des Vereins der Flugzeug-Eigenbauer der Schweiz, trauert um seinen Kollegen. Dieser sei ein erfahrener Pilot und sehr gewissenhaft beim Unterhalt seiner Maschine gewesen. (15.5.2019)

Dazu laufen die Ermittlungen der Schweizerischen Sicherheits-Untersuchungsstelle (Sust), erste Vermutungen gibt es schon. Aviatik-Experte Olav Brunner sagte gegenüber Tele M1, denkbar wäre ein technischer Defekt, zum Beispiel ein gerissenes Steuerkabel, oder ein medizinisches Problem des Piloten. Werner Maag, der Präsident des Vereins, in dem Walter K. flog, geht von einem Strömungsabriss aus, der zum Absturz führte. Er könnte sich als Grund dafür einen Zusammenstoss des Flugzeugs mit einem Vogel, einen ungewöhnlich starken Abwind oder einen Leistungsverlust der Maschine vorstellen. Von einem Fehler des Piloten oder mangelhafter Wartung des Flugzeugs geht Maag hingegen nicht aus.

«Es wird immer Unfälle geben»

Walter K., der am Dienstagabend beim Absturz starb, war bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 als Experte für Bahnunfälle bei der Sicherheits-Untersuchungsstelle (Sust) tätig. In einem Interview mit der SEV-Zeitung sagte er 2011: "Ich bin der Meinung, dass es immer Unfälle geben wird. Keine menschliche Tätigkeit ist fehlerfrei." Wenn die Fachleute der Untersuchungsstelle dazu kämen, sei der Unfall passiert und lasse sich nicht mehr rückgängig machen. "Aber wir können aus dem Unfall etwas Positives herausholen, wenn wir gute Sicherheitsempfehlungen formulieren und gleiche Unfälle verhindern."

Flugzeugabsturz Birrfeld: «Wir haben Lastwagen angehalten, um an Feuerlöscher zu kommen»

Flugzeugabsturz Birrfeld: «Wir haben Lastwagen angehalten, um an Feuerlöscher zu kommen»

Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz beim Birrfeld sprach Tele M1 mit Augenzeugen, Ersthelfern und einem Aviatik-Experten über das Unglück. (15.5.2019)

Meistgesehen

Artboard 1