Duisburg
Crash auf dem Rhein: Schweizer Hotelschiff rammt Brückenpfeiler – 26 Verletzte

Ein Schweizer Hotelschiff ist am Dienstagabend auf dem Rhein bei Duisburg in einen Pfeiler einer Autobahnbrücke gefahren. Fast 30 Schiffsinsassen wurden verletzt. Die Unglücksursache war zunächst unklar.

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«Swiss Crystal»-Crash in Duisburg (26.12.2017)
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Bei der Kollision des unter Schweizer Flagge fahrenden Hotelschiffs '«Swiss Crystal»' mit einem Autobahn-Brueckenpfeiler auf dem Rhein bei Duisburg sind fast 30 Menschen verletzt worden.

«Swiss Crystal»-Crash in Duisburg (26.12.2017)

ARNULF STOFFEL

Bei der Kollision des Passagierschiffs "Swiss Crystal" mit einem Autobahn-Brückenpfeiler auf dem Rhein bei Duisburg wurden 26 Personen verletzt, sagte Manuela van Zelst von der Schweizer Reederei Scylla, unter deren Flagge das Schiff fuhr. Darunter waren vier Besatzungsmitglieder. Die Brücke war stundenlang gesperrt.

Zehn Personen mussten in Duisburger Spitäler behandelt werden. Zwei der Verletzten befanden sich am Mittwochnachmittag noch in Spitalpflege. Die übrigen der insgesamt 129 Passiere und Crew-Mitglieder konnten wieder nach Hause reisen, sagte van Zelst am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Die Havarie hatte sich am Dienstagabend gegen 20.45 Uhr an der Autobahnbrücke der A 42 ereignet. Das Kabinenschiff mit 103 Passagieren und 26 Besatzungsmitgliedern an Bord kollidierte auf der Fahrt Richtung Niederlande mit dem linksrheinischen Pfeiler der Brücke.

Der Unfall sei angesichts der vielen Menschen an Bord vergleichsweise glimpflich ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher in Duisburg.

Unglück kurz vor Ende der Reise

Bei den Passagieren habe es sich um Niederländerinnen und Niederländer gehandelt. Sie seien auf einer fünftägigen Rheinfahrt vom niederländischen Arnhem nach Mainz gewesen. Die Rundfahrt hätte am Mittwoch wieder in Arnhem abgeschlossen werden sollen.

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge war die "Swiss Crystal" stromabwärts in einer langgezogenen Rechtskurve des Rheins gegen den Brückenpfeiler am linken Ufer geprallt. Normalerweise steht der Pfeiler bei Niedrigwasser an Land, am Dienstagabend allerdings wegen des erhöhten Pegels von 5,68 Metern im Wasser.

Bei der Kollision seien viele Passagiere infolge des heftigen Rucks gestürzt. Das Schiff, das am Bug schwer beschädigt wurde, sei mit normaler Geschwindigkeit von 25 bis 28 Kilometern pro Stunde gefahren, hiess es weiter.

Zunächst sei das Schwesterschiff "Emily Brontë" zu Hilfe gekommen und habe Passagiere mitgenommen. Dann sei der Heimtransport mit Bussen abgeschlossen worden. Der Kapitän habe bei dem Unfall einen Schock erlitten, teilte die Polizei mit.

Brücke wieder offen

Den genauen Hergang der Havarie ermitteln nun Experten der deutschen Schiffuntersuchungskommission des Wasserstrassen- und Schifffahrtsamts (WSA). Ein Notfallteam der Reederei, die insgesamt 28 Schiffe betreibt, sowie Versicherungsexperten seien ebenfalls zum Unglücksort gereist.

Die Sperrung der Brücke Baerl der Autobahn 42 wurde am Mittwochvormittag wieder aufgehoben, wie die Behörden mitteilten. Nach der Kollision wurde die A42 zwischen den Abschlussstellen Duisburg-Baerl und -Beeck in beiden Fahrtrichtungen vorsorglich gesperrt.

Statiker stellten nach Auskunft der Behörden aber keine schweren Schäden an der Rheinbrücke fest. Die Autobahn 42 ist einer der Hauptverkehrswege in und aus Richtung der Beneluxstaaten und wird im Jahresdurchschnitt von rund 90'000 Fahrzeugen pro Tag befahren.

Schiff stark beschädigt

Nach Angaben der Reederei ist das Schiff nun unter Begleitung von Behörden und des Schwesterschiffs "Emily Brontë" frei gezogen und in den Hafen Duisburg Mühleweide geschleppt worden.

Der Sachschaden sei beträchtlich, sagte die Reederei-Sprecherin. Sobald die Schifffahrtsbehörde das Schiff frei gebe, werde es für Reparaturen in die Werft in den Niederlanden gebracht.

Nach Angaben der Reederei wurde die "Swiss Crystal" 1995 erbaut und 2007 komplett renoviert. Das mehr als 100 Meter lange Schiff hat einen Tiefgang von 1,30 Meter und kann bis zu 125 Passagiere befördern.

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