Ehrendingen
Einbrecher bediente sich am Kleiderschrank

Solche Nerven muss man haben. Nachdem ein Langfinger eine Wohnung durchwühlt hatte, entledigte er sich seiner nassen Hosen und bediente sich aus dem Kleiderschrank seiner Opfer. Blöd nur, dass er am Tatort seine alte Hose vergass.

Adrian Hunziker
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Keystone

Das schlägt dem Fass den Boden aus: Einem Einbrecher in Ehrendingen reichte es gestern Abend nicht, eine Wohnung im Brüel zu durchwühlen und zwei Uhren zu entwenden. Da er zur Tatzeit nasse Hosen hatte, beschaffte er sich kurzerhand im Kleiderschrank seiner Opfer Ersatz.

«So eine Dreistheit ist selten. Das habe ich auch noch nie erlebt», gibt Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei, zu. Dass Einbruchwerkzeug oder Essensreste und Trinkflaschen zurückgelassen werden, kann schon ab und zu vorkommen. Was noch häufiger vorgefunden wird, sind Fussspuren, die Indizien zu den Tätern liefern können.

Die Polizei beschwert sich aber nicht und untersucht nun die Hosen nach DNA-Spuren. Denn in den Taschen befanden sich keine Gegenstände.

Warum der Hosenwechsel?

Der Eindringling muss sich bei seiner Aktion sicher gefühlt haben. Denn «das Durchwühlen der Wohnung geht schnell. Sich aber eine passende Hose suchen, braucht seine Zeit», sagt Graser. Doch er sieht keinen Sinn darin, weshalb der Mann so ein grosses Risiko auf sich nahm und seine Hosen wechselte. «Aber Einbrecher sind halt auch nur Menschen. Wer weiss, was die für Ideen haben zum Tatzeitpunkt.»

Bemerkt hatte den Einbrecher in Ehrendingen ein Anwohner. Dieser sah kurz vor neun Uhr abends einen dunkel gekleideten Mann, der sich an einer Terrassentür zu schaffen machte. Der Nachbar alarmierte die Polizei. Die ausgerückte Patrouille der Regionalpolizei Baden sah den Einbrecher gerade noch türmen, als sie am Tatort eintraf - mit den neuen Hosen wohlgemerkt. Trotz intensiver Fahndung mithilfe eines Suchhundes gelang dem Täter die Flucht.

5 Einbrüche insgesamt

Vermutlich der gleiche Täter war zuvor bereits aktiv gewesen. Denn in Ehrendingen wurden noch drei andere Einbrüche gemeldet, sowie einer in Lengnau. Dabei wurden Uhren und Schmuck von mehreren tausend Franken entwendet.

«Alles deutet darauf hin, dass der Einbruch mit der entwendeten Hose der Letzte an diesem Abend war», meint Graser. Denn ertappte Täter starten normalerweise keinen weiteren Versuch am gleichen Abend. «Das waren typische Dämmerungseinbrüche. Darum sollten Anwohner, die Verdächtiges beobachten, unbedingt die Polizei benachrichtigen», so Graser.

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