Kurios
Er wird Opfer eines Diebstahls – und anschliessend von der Polizei gleich doppelt bestraft

Aus Peter Meyers Auto wird ein wertvoller Wanderstock entwendet. Obwohl die Zürcher Polizei den Täter mitsamt des Diebesgutes fassen kann, drohen dem Opfer nun Geldstrafen.

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Die Parkuhr lief während der Autodurchsuchung ab. (Archiv)

Die Parkuhr lief während der Autodurchsuchung ab. (Archiv)

Keystone

Über Nacht bricht ein Dieb Peter Meyers Auto im Stadtzürcher Kreis 4 auf und stiehlt einen wertvollen Wanderstock. Der Täter, ein Sans Papiers, kann zwar von der Polizei geschnappt und das Diebesgut sichergestellt werden, dennoch wird er auf freien Fuss gesetzt und anschliessend das Opfer zur polizeilichen Einvernahme aufgeboten.

Grund dafür ist der 150 Jahre alte Wanderstock, denn an diesem ist ein zirka 20 Zentimeter langer Dolch befestigt, welcher unter das Waffengesetz fällt, wie Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, gegenüber "TeleZüri" erklärt: "Zum Erwerb einer gefährlichen Waffe wird eine Ausnahmebewilligung vom Kanton benötigt." Diese besitze Meyer jedoch nicht, weshalb er eine Anzeige erhalte.

Für Meyer unfassbar. Er hat das Artefakt an einem Flohmarkt für sein Firmenmuseum gekauft. "Was mich sehr ärgert, ist, dass in mein Auto eingebrochen wird, aber schlussendlich ich derjenige bin, welcher als Täter hingestellt wird", beschwert er sich.

Doch damit nicht genug: Während die Forensiker sein Auto untersuchen, läuft die Parkuhr ab und er erhält obendrein auch noch eine Busse für zu langes Parkieren.

Allerdings machen ihm die 40 Franken weniger zu schaffen als das Urteil der Staatsanwaltschaft, welches in den nächsten drei Monaten folgt.

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