Dietikon
Gespräche statt Blockade?

Im luftleeren Raum: Das Dietiker Parlament hat den Planungskredit über 1,45 Millionen Franken für die Umgestaltung der Kronenliegenschaften zwar gutgeheissen, und der Stadtrat will die Entwicklung vorantreiben – doch ob und wann das Projekt umgesetzt werden kann, hängt vom Verein Kultur Krone ab.

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Im Blickfeld

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Limmattaler Zeitung

Matthias Kessler

Der morgige Sonntag kann für die künftige Entwicklung des Dietiker Zentrums, für die künftige Entwicklung der ganzen Stadt entscheidend sein: Der Vorstand des Vereins Kultur Krone trifft sich nach dem Ja des Parlaments vom Donnerstagabend zum Planungskredit für die Umgestaltung des historischen Ensembles bei der «Krone» zur Besprechung; 29 Parlamentarier hatten sich bei einer Gegenstimme für den Kredit ausgesprochen.

Das Verdikt im Gemeinderat sei sehr deutlich ausgefallen, sagt Stefan Baier, Co-Präsident des Vereins, am Tag nach der Parlamentssitzung. «Das muss uns veranlassen, über das weitere Vorgehen nachzudenken - darüber, ob wir nun das Referendum ergreifen wollen oder nicht», so Baier. Und:

Man werde die Sache differenziert anschauen. Es gehe schliesslich darum, die beste Lösung für die vielen Vereine, für den kreativen Teil der Bevölkerung, für die Jugend zu finden.

«Hier haben wir ein Manko»

Der Verein, der sich für mehr Raum für die Dietiker Bevölkerung einsetzt, hatte im Vorfeld der Parlamentssitzung mit dem Referendum gedroht, sollte die Legislative dem Planungskredit zustimmen. Nur wenn der stadträtliche Kreditantrag abgeändert werde und neben der Zehntenscheune auch der «Alte Bären» im Eigentum der Stadt verbleibe, werde man von einem Referendum absehen (siehe Ausgabe vom 9. Juni).

Die nunmehr zurückhaltenderen Formulierungen seitens des Vereins dürften mit den Ausführungen von Stadtpräsident Otto Müller und Hochbauvorsteherin Gertrud Disler zusammenhängen. Die beiden Exekutivmitglieder betonten im Parlament die Bereitschaft zum Dialog mit allen Anspruchsgruppen. Der Stadtrat sei an der Weiterführung des bestehenden Informationsaustauschs sehr interessiert, hielt Müller am Donnerstagabend fest. Zudem plane man für die zweite Jahreshälfte 2009 die Erar-
beitung eines Kulturleitbilds, «hier haben wir ein Manko», so der Stadtpräsident.

Hochbauvorsteherin Disler ihrerseits erklärte, sie begreife die Bedenken des Vereins. Zum derzeitigen Stand der Planung sei bezüglich Nutzung und Raumgestaltung «noch vieles unklar». Der Stadtrat könne und wolle sich nicht genauer festlegen als im Antrag ausgeführt. Das Angebot des Stadtpräsidenten zum Einbezug der Kulturschaffenden in die weiteren Diskussionen stehe aber.

«Wir setzen das aber alles aufs Spiel»

Ob dieses Angebot in Gespräche oder aber doch in eine Blockade des Projekts mündet, bleibt bis zum Entscheid des Vereins Kultur Krone ungewiss. Fest steht: Der Stadtrat will die Planung des von Architektin Tilla Theus ausgearbeiteten Projekts, das die Aufhebung eines Teils der Unteren Reppischstrasse und dafür die Schaffung eines öffentlichen Platzes vorsieht, vorantreiben; dies, weil neben der Stadt zwei private Grundeigentümer involviert sind. Bestenfalls ist eine Fertigstellung des Vorhabens bis Ende 2012 möglich.

Sollte der Verein mit dem Referendum jedoch ernst machen - und mit einem Bestand von rund 180 Mitgliedern bei 400 für ein Referendum notwendigen Unterschriften ist an einem Zustandekommen nicht zu zweifeln -, wird ein Urnengang notwendig, und Verzögerungen werden unvermeidlich. Allenfalls, so Disler, müsse in diesem Fall das Vorhaben ganz begraben werden. «Das Projekt wird Dietikon gut tun», erklärte sie an der Parlamentssitzung: «Wir setzen das aber alles aufs Spiel, wenn wir zu viel wollen.»

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