"Wir suchen da ja die Nadel im Heuhaufen auf den vollen Märkten", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Unklar sei auch, ob es sich um einen einzigen Täter handelt.

Die Serie von Giftanschlägen hatte am Mittwoch auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Opernpalais begonnen. Sieben Frauen und drei Männer haben seitdem auf drei verschiedenen Weihnachtsmärkten in der Hauptstadt vergiftete Getränke angenommen. Einige von ihnen mussten im Spital behandelt werden.

Am Sonntag meldete sich eine 31-Jährige bei der Polizei. Mit ihrem 33 Jahre alten Begleiter hatte sie bereits am Mittwochabend auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz das Angebot eines Unbekannten angenommen, auf die angebliche Geburt seiner Tochter mit Schnapsfläschchen anzustossen. Wenig später mussten sich beide übergeben, liessen sich allerdings nicht von einem Arzt behandeln.

Später am Mittwochabend wurden laut Polizeiangaben drei 23- bis 24-jährige Frauen auf demselben Weihnachtsmarkt von dem Täter mit derselben Begründung ebenfalls zum Trinken der Schnapsfläschchen eingeladen. Auch die drei Frauen litten anschliessend unter Erbrechen und Bewusstseinsstörungen und wurden ins Spital gebracht.

Keine Spur vom Täter

Als Täter wird ein Mann mit kurzen, dunkelblonden Haaren und einem rundlichen Gesicht gesucht, der etwa 45 Jahre alt und 1,80 Meter gross sein soll. Von ihm fehlte aber auch am Montag jede Spur. Zu einem Motiv fehlt jeder Anhaltspunkt.

Um einen Erpressungsversuch handelt es sich nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht. Keines der Opfer wurde ausgeraubt oder misshandelt, bislang ist auch kein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Die 60 Berliner Weihnachtsmärkte locken jedes Jahr zwei bis drei Millionen Besucher an. Dass die aus Angst nun wegbleiben, befürchten die Berliner Tourismuswerber nicht: "Durch die Medien sind die Gäste jetzt gut informiert, wir gehen davon aus, dass sie aufpassen", sagte Visit-Berlin-Sprecher Christian Tänzler am Montag.