Menznau
Luzerner Kripo-Chef: «Es ging alles sehr schnell»

Nach der Schiesserei in einem Holzverarbeitungsbetrieb in Menznau LU herrscht in der Region grosse Betroffenheit. Auch die Landesregierung zeigte sich tief bestürzt und drückte seine Betroffenheit aus.

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Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern

Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern

Keystone

«Ich dachte zuerst, das sei eine Fehlinformation» so Urs Fluder, von Konzernleitung Kronospan. Die Produktion wird nach der schrecklichen Blutttat für zwei Tage stillgelegt. Die Mitarbeiter seien informiert worden. Viele von ihnen seien äusserst betroffen, da sie zum Teil langjährige Arbeitskollegen verloren hätten. Mit der angeblich flauen Auslastung und damit verbundenenen möglichen Kündigungen, habe die Schiesserei nichts zu tun, versichert der Konzernleiter.

Auch der Bundesrat drückte seine Betroffenheit über die Schiesserei in Menznau aus. Die Regierung habe mit tiefer Bestürzung von den Todesfällen und Verletzten Kenntnis genommen, sagte Bundesratssprecher André Simonazzi vor den Medien.

Die Regierung drücke den betroffenen Familien ihr tiefes Beileid aus und danke den Einsatzkräften und Dienststellen in Luzern für ihren Einsatz, sagte Simonazzi weiter. Der Bundesrat sei im Laufe seiner wöchentlichen Sitzung am Mittwochmorgen über den schrecklichen Vorfall informiert worden.

Gedenkgottesdienst am Donnerstag
«Es braucht viel Zeit und viele Gespräche, um eine solche Tat verarbeiten zu können» sagt Menznaus Gemeindepräsident Adrian Duss im Interview. Persönlich kenne er den Schützen nicht, so Duss. Die Gemeinde werde aber den Kontakt zu den Angehörigen suchen und ihre Hilfe anbieten.

Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
13 Bilder
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Grosses Medieninteresse vor Ort
Grosses Medieninteresse vor Ort
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Die Polizei riegelte das Gelände ab
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Schiesserei in Luzerner Holzfabrik
Kurzfristig wurde eine Medienkonferenz einberufen
Staatsanwaltschaft und Unternehmensleitung beriefen eine Pressekonferenz ein

Schiesserei in Luzerner Holzfabrik

Keystone

Am Donnerstagnachmittag findet im nahegelegenen Willisau ein Gedenkgottesdienst für die Opfer statt.

Motiv weiterhin unbekannt

«Es ging alles sehr schnell» erklärte Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern, gegenüber den Medien. Er gehe davon aus, dass der Schütze seine Opfer gekannt habe. «Er war langjähriger Mitarbeiter. Sie haben zusammen gearbeitet.»

Die Tat des 42-Jährigen mochte Bussmann jedoch nicht als Amoklauf bezeichnen: «Für einen Amoklauf braucht es einen klaren Hintergrund. Hier wissen wir überhaupt nicht, was der Auslöser war.»

Woher der Schütze die Tatwaffe hatte und ob er diese legal erworben hatte, können die Behörden noch nicht sagen.

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