Buchs
Wegen Streit auf Baustelle: 57-Jähriger schiesst auf Chef und tötet sich selbst

Ein 57-jähriger Angestellter einer Sanitärfirma in Buchs ZH hat am Morgen mit zwei Waffen auf seinen Chef geschossen und diesen lebensbedrohlich verletzt. Danach lief der Mann ins Freie und tötete sich selbst.

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Weshalb der Mann auf seinen Vorgesetzten schoss, ist noch unklar. Wie Werner Benz, Sprecher der Kantonspolizei erklärte, werde man nun mit umfangreichen Befragungen die Vorgeschichte und den Auslöser für diese Tat ermitteln.

Klar ist, dass der Italiener am Morgen kurz vor sieben Uhr mit zwei Waffen ins Büro der Sanitär- und Heizungsfirma ging und mit seinem Vorgesetzten einen Streit anfing. Dann habe er seine Waffen gezückt und auf den Chef, einen 58-jährigen Schweizer, geschossen. Dieser erlitt dabei lebensbedrohliche Verletzungen.

Bei der Auseinandersetzung wurde auch ein zweiter Mitarbeiter verletzt, dieser jedoch etwas leichter als der Chef. «Wie das genau abgelaufen ist, wissen wir noch nicht», sagte Benz. Unklar sei auch, ob der Schütze wirklich aus beiden Waffen geschossen habe.

Man wisse bisher nur, dass der Täter dann aus dem Büro raus ins Freie gelaufen sei und sich dort, neben der Produktionshalle, erschossen habe.

Völlig überrascht

«Wir sind völlig überrascht und entsetzt, dass so etwas bei uns passieren konnte», sagte Geschäftsleitungsmitglied Valentino Benvenutti gegenüber «Radio Zürisee». Es habe keine Anzeichen für eine solche Tat gegeben.

Beim Schützen handelt es sich laut Benvenutti um einen Mitarbeiter, der seit zwei Jahren für das Kleinunternehmen tätig ist. Als möglichen Auslöser sieht er einen Streit auf einer Baustelle vom Dienstag. «Der Firmeninhaber wollte die Sache klären und hat ihn deshalb heute Morgen ins Büro zitiert.»

Die Zürcher Kantonspolizei wurde von Mitarbeitern telefonisch über die Schüsse informiert und schickte sofort ein Grossaufgebot los. Als die Polizei beim Tatort im Industriequartier eintraf, fielen gerade die letzten Schüsse.

Opfer ist ein bekannter SVP-Politiker

«Wir haben die Firma umstellt und sind dann eingedrungen», sagte Benz weiter. Dabei habe man schnell den schwerverletzten Vorgesetzten am Boden liegen sehen. Der zweite Verletzte sei bereits von Privaten weggebracht und ärztlich versorgt worden.

Nachdem klar war, dass der Schütze tot ist, wurden alle um diese Zeit bereits anwesenden Angestellten aus dem Haus gebracht. Seither werden sie psychologisch betreut. Seither werden sie psychologisch betreut. Die beiden Waffen wurden sichergestellt. Die Firma beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und bietet Sanitärdienstleistungen sowie Gas- und Ölheizungen an.

Beim angeschossenen Chef handelt es sich laut «Tages-Anzeiger» um einen 58-jährigen Schweizer, der in Buchs eine bekannte Person sei. Seit den 1980er-Jahren leitet er das Sanitärunternehmen im Industriegebiet. Er ist bei der örtlichen Tennishalle engagiert und Mitglied der SVP. Er wohnt selber im Ort.

Der mutmassliche Schütze wohnt in Regensdorf. Der 57-jährige Italiener ist verheiratet und hat offenbar vier Kinder. (rsn)

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