Grösster Aargauer Arbeitgeber

Alstom-Gerüchte: Geri Müller schaltet sich ein

Geri Müller, Stadtammann Baden

Geri Müller, Stadtammann Baden

Es gibt Gerüchte bei Alstom: Würde eine Übernahme durch General Electric (USA) oder Siemens (D) das Schweizer Geschäft infrage stellen? Es meldet sich der Badener Stadtammann Geri Müller zu Wort und gibt sich zuversichtlich.

Alstom Schweiz ist nicht nur der grösste Arbeitgeber im Kanton Aargau. Der Ableger des französischen Industriekonzerns ist auch für die Stadt Baden, Sitz der Sparte Thermal Power, eminent wichtig. Ein Grossteil der Beschäftigten komme aus der Region, sagt Stadtammann Geri Müller. Und auch zum Aktiensteuerertrag, der Baden jährlich rund 25 Mio. Franken in die Kasse spült, trägt Alstom massgeblich bei, wobei Müller keine konkreten Zahlen nennt.

Die seit Tagen kursierenden Übernahmegerüchte von Alstom durch General Electric (USA) und neuerdings Siemens (Deutschland) bringen den Stadtammann allerdings nicht aus der Fassung. Wohl pflichtet Müller Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann bei, der gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagte, eine Übernahme würde «vorab zu einer Verunsicherung» führen - gefolgt von einer «schwierigen Phase», sollte General Electric eine Restrukturierung durchführen.

Teil des Energieclusters

Allerdings, so Müller, sei Alstom eng verflochten mit den anderen Energieunternehmen auf dem Platz Baden, ABB und Axpo. Dies zum Beispiel im ABB-Forschungszentrum in Baden-Dättwil. Dieser Industriecluster und die gegenseitige Abhängigkeit nehme ihm etwas die Angst, dass Alstom daraus ausbrechen könnte, sagt Müller. Das Kraftwerkgeschäft hat Alstom um die Jahrtausendwende von ABB übernommen.

Andererseits verweist Müller auf die Pläne von Alstom, im Industriequartier Baden Nord mehr Platz zu beanspruchen. Alstom will als Mieterin in eines von zwei geplanten Hochhäusern einziehen, das ABB bauen wird. Die entsprechende Revision der Badener Bauordnung wurde Ende 2013 verabschiedet.

Besorgter äusserte sich gestern in der «Schweiz am Sonntag» Edwin Somm, der ehemalige Chef von ABB Schweiz: «Wir wissen nicht, wie General Electric denkt. Mir wäre es viel wohler, wenn der Standort Schweiz bei Alstom bliebe.» Immerhin sei es «der guten Leistung der Schweizer Alstom-Mannschaft vor vier Jahren gelungen, die Zentrale in Paris zu überzeugen, den Standort Schweiz zum Hauptsitz und Forschungsschwerpunkt von Alstom Power zu machen».

Geri Müller geht davon aus, dass die Marktführerschaft von Alstom Schweiz insbesondere auch in Serviceleistungen für Kraftwerke kaum dazu führen dürfte, dass ein Käufer alles über den Haufen wirft.

Stellenabbau im Gang

Alstom-Schweiz-Verwaltungsratspräsident Joseph Deiss, mit dem Müller in Sachen Übernahmegerüchte in Kontakt steht, wies in der Sonntagspresse auf die starke Position der Schweiz hin - aber auch auf die momentan schwachen Bestellungseingänge.

Ein Stellenabbau ist im Gang, Alstom Schweiz sprach am Freitag von 100 Stellen in Baden bis März 2015. Schweizweit seien weitere 78 Stellen im Bereich Informatik und Telefonie gefährdet. Alstom ist hierzulande in Baden, Birr, Oberentfelden und Neuhausen am Rheinfall präsent.

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