Ein Artikel in der Aargauer Zeitung über die Vergabe von städtischen Aufträgen hat Diskussionen ausgelöst Es ging um den Druckauftrag für die grossformatigen Baupläne des Kurtheaters, den der zuständige Generalplaner an eine Zürcher Firma vergeben hatte. Das sorgte in einer Badener Druckerei für Unmut. Es meldeten sich weitere Handwerker aus dem Baugewerbe und beklagten sich ebenfalls nicht nur über die Abteilung Planung und Bau, sondern auch über die Abteilung Liegenschaften.

Bei der Stadt wehrt man sich nun gegen die Kritik. Beim Fall Kurtheater wurde der Druckerei eine Offerte ermöglicht, sagt Jarl Olesen, Leiter Planung und Bau, und erklärt, dass man in der Regel mindestens drei Handwerker zum Offerieren einlade, auch wenn dies der geschätzte Betrag gemäss Submissionsdekret nicht erforderlich machen würde. «Wird auf Einladung offeriert, so sind wir gezwungen, den günstigsten Anbieter zu berücksichtigen», so Olesen. Das sei im Sinne des Steuerzahlers, fügt er an. Die Konsequenz: Am Schluss gebe es immer nur einen Gewinner. Nicht gestattet sind bei der öffentlichen Hand sogenannte Abgebotsrunden, bei denen Handwerker mit einem Zweitangebot Konkurrenten unterbieten können.

Dass bei Direktaufträgen stets dieselben Firmen zum Zuge kämen, streitet Olesen vehement ab: «Vielleicht nimmt man das in der Konkurrenzsituation so wahr. Doch wir wechseln ab.» Bei den Malern beispielsweise funktioniere das bestens. «Wir haben generell gute Handwerkerunternehmen in Baden und berücksichtigen diese gerne. Es gebe aber weder Seilschaften noch vergebe man die Arbeiten einseitig.

Bei der Abteilung Liegenschaften, die ebenfalls ins Schussfeld geraten ist, funktioniert es etwas anders. «Der Sachbearbeiter ist frei bei der Wahl des Handwerkers», sagt Thomas Maksymov, der zurzeit die Abteilung führt. Wo ein Handwerker die Anlage oder die Liegenschaft gut kenne, mache es keinen Sinn, zu wechseln. Generell gilt bei beiden Abteilungen, dass nur Firmen zum Zuge kommen, bei denen die Qualität stimmt.

Urs Rymann, Sanitär-Heizung-Lüftung, der schon oft bei ausgeschriebenen Arbeiten mit seiner Offerte obenaus geschwungen hat, moniert allerdings, dass er bei Revisionen oder Servicearbeiten an Anlagen, die seine Firma installiert habe, vielfach übergangen werde. Maksymov kann dies nicht nachvollziehen, denn gerade beim Sanitär, beim Heizungstechniker oder Elektriker sei die Gebäudekenntnis von Vorteil.

Wenn möglich würde die Abteilung Liegenschaften Unternehmen aus Baden oder aus der Region bevorzugen, wo Aufträge direkt vergeben werden können, fügt Maksymov an. So gebe es in der Stadt seines Wissens weder einen Fensterbauer, Dachdecker noch eine Zimmerei, einen Bauschlosser oder Stahlbauer.

Er habe Verständnis für die Handwerker, erklärte Stadtammann Geri Müller. Er sei sich bewusst, dass gerade in gewissen Branchen die Auftragssituation schlecht und das Überleben darum ein harter Kampf sei. «Wir wechseln sogar stets den Bäcker, wenn es bei einem Anlass um die Lieferung von Apéro-Gebäck geht», sagt Müller. Das sei vielerorts nicht üblich. Die Problematik, wenn ein Generalplaner Aufträge vergeben könne, habe man aber erkannt.