Kaum hatten die Gewerkschaft Unia und die zehn streikenden Angestellten am Donnerstag um 15 Uhr die Blockade des Spar-Tankstellenshops geräumt, fuhr der Detailhändler mit einem Grossaufgebot in Dättwil vor. Bis tief in die Nacht wurde geputzt, das Sortiment durchforstet und Produkte auf das Ablaufdatum geprüft.

«Der Shop ist trotz elftägigem Streik in gutem Zustand», sagt Spar-Sprecher Ronald Haug. «Allerdings mussten wir grosse Mengen Frischprodukte entsorgen.»

Die Abfälle hätten drei Abfallcontainer gefüllt. Der Gesamtschaden der Blockade beläuft sich laut Spar auf mehrere hunderttausend Franken. Der Detailhändler will die Unia dafür zur Kasse bitten.

Die weggeworfenen Frischwaren füllen drei Abfallcontainer.

Nach der Blockade:

Die weggeworfenen Frischwaren füllen drei Abfallcontainer.

Gestern um 18 Uhr ist der Tankstellenshop schliesslich wieder geöffnet worden, nach wenigen Minuten standen die Kunden vor den Kassen Schlange. Die elf Angestellten, die nicht gestreikt hatten, werden weiterbeschäftigt. Jene zehn Mitarbeiter, die wegen der Blockade fristlos gefeuert wurden, ersetzt Spar temporär durch Angestellte anderer Filialen.

Unia will gegen Spar klagen

Unia gibt sich nicht geschlagen und geht erneut in die Offensive: Die Gewerkschaft will das kantonale Schiedsgericht einschalten, um Spar an den Verhandlungstisch zu bringen. Unia hält fest, dass mit der Aufhebung der Blockade nun die Bedingung für Verhandlungen erfüllt sei.

Die Unia bereitet zudem mehrere Klagen gegen Spar vor, dies «wegen missbräuchlichen Kündigungen, Verletzung der Gleichstellungsgesetzes, unzulässiger Überstunden für Lehrlinge sowie unrechtmässigem Sonntagsverkauf», wie sie schreibt.

Gleichzeitig setzten die Gewerkschafter den Streik fort. «Nur weil die Blockade beendet ist, sind die Missstände nicht behoben», sagt Unia-Mann Christian Capacoel.

Nicht aufgeben wollen auch die entlassenen Angestellten, die seit 3. Juni von Unia eine Streikentschädigung erhalten. «Wir haben mit einer Kündigung gerechnet, die fristlose Entlassung ist aber missbräuchlich», sagt die ehemalige Schichtleiterin Svijetlana Ivcetic.